Bundesliga-Auftakt mit Schnapszahl

Auf die Saison!

von Redaktion

Da wären wir also wieder. Alles auf Null – Vorhang auf für die nächste Bundesliga-Saison. Wie jede Jahr zum Auftakt kann man sich sicher sein: Es steht eine ganz besondere Spielzeit an. Heuer liegt die Begründung aber wirklich ganz nah: Es ist die 55. der deutschen Eliteliga – und so eine Schnapszahl verspricht ja bekanntlich oft die lustigsten Parties.

Fangen wir oben an, logisch, beim FC Bayern. 99 von 102 möglichen Punkten zu holen, das wäre nur ihm zuzutrauen. Und selbst wenn es in diesem Jahr des Umbruchs beim Branchenführer „nur“ 88 werden würden, die sechste Meisterschaft hintereinander wird Carlo Ancelotti mit 99,9 Prozent Sicherheit einfahren. Zu sehr enteilt, zu gefestigt ist sein Team. Der erste Trinkspruch für den Stammtisch: Spannend wird es an der Spitze wieder nicht.

77 oder 66 Punkte – das können ein paar Mannschaften mehr schaffen. Und deshalb ist die Hoffnung begründet, dass der kollektive Druck die Bayern zumindest länger beschäftigen wird als zuletzt. 25, 19, 10, 10 und 15 Punkte mehr als der jeweilige Vizemeister hatten sie in den letzten Jahren – nun trauen Experten dem unter Peter Bosz neu sortierten BVB, den hungrigen Leipzigern und womöglich auch den Nagelsmännern aus Hoffenheim zu, im Schatten der Roten eifrig Punkte zu sammeln. Trinkspruch Nr. 2: Es gibt hoffnungsvolle Verfolger.

55 Zähler – die wird man holen müssen, um international zu spielen. Und plötzlich ist auch die scheinbar langweilige Bundesliga interessant. Darauf hoffen die Überraschungskinder der Vorsaison (Freiburg, Köln, Hertha), die unter Zugzwang stehenden Großen (Gladbach, Leverkusen, Schalke, Hertha) und sogar diejenigen, die gerade erst wieder oben sind (Stuttgart, Hannover). Die Liga hat kaum mehr Außenseiter, kein Darmstadt, kein Ingolstadt. Die deutsche Elite hat sich im Oberhaus formiert und ist unter sich, für mehr als zehn Teams scheint zwischen Abstiegskampf und europäischem Geschäft daher alles drin. Trinkspruch Nummer 3: Die Ausgeglichenheit wird Spannung bringen.

Nicht neu ist: Wer 33, 22 oder 11 Punkte holt, wird Probleme kriegen. In der letzten Schnapszahl-Saison erwischte es Mainz 05, Alemannia Aachen und Gladbach. 2006/07 war das. Eine Spielzeit, in der sich auch der Blick an die Spitze der Abschlusstabelle lohnt. Meister nämlich wurde der VfB Stuttgart, die Bayern zogen als Vierter in den UEFA-Pokal ein.

17 der 18 Bundesligisten werden zustimmen, dass das damals eine besonders lustige Party war. In diesem Sinne: Prost – auf die Saison!

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