Wenn man nach Österreich blickt, kann man neidisch werden. Das betrifft nicht die Leistung der Fußball-Nationalmannschaft. Hier ist Österreich in der Weltrangliste gerade einmal auf Platz 37, Deutschland auf Platz 2. Aber in der biologischen Landwirtschaft, da liegt unser Nachbarland ganz weit vorne. Jeder fünfte Betrieb wird in Österreich inzwischen ökologisch bewirtschaftet. Hierzulande ist es noch nicht einmal jeder zehnte.
Was läuft schief im Vorzeigeland Deutschland? Schließlich haben auch wir hier viele kritische Konsumenten, die sich bei jedem Lebensmittelskandal verärgert darüber äußern, dass es zu viele große Betriebe, zu wenig Nachhaltigkeit, zu wenig Bio in der deutschen Agrarwirtschaft gebe. Österreich hat schon frühzeitig auf die Nische Bio gesetzt. Schon in den 90er-Jahren hat man in der Alpenrepublik dafür viel Geld in die Hand genommen. Danach wurden weitere Programme gestartet. Heute können Bauern und Verbraucher die Ernte einfahren.
Bayern ist zwar in Deutschland Vorzeigeland in Sachen Bio. Aber noch ist man weit davon entfernt, die heimischen Märkte mit Bio-Lebensmitteln ausreichend zu bedienen. Agrarminister Helmut Brunner will die Ökoproduktion bis 2020 verdoppeln. Dann läge der Freistaat auf dem Niveau, das Österreich heute schon bietet. Der Leistungsrückstand ist enorm. Hier muss noch ganz viel trainiert werden. Bei der Politik, damit sie Bio noch stärker fördert. Und bei den Bauern, damit noch mehr von ihnen biologisch-bayerisch umsteigen.
Claudia Möllers
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