Madrid – Alberto Contador will bei seiner Abschiedstournee glänzen, die Rivalen von Christopher Froome brennen auf die Revanche für die Schlappe bei der Tour de France. Bei der an diesem Samstag im südfranzösischen Nîmes beginnenden 72. Vuelta in Spanien (bis 10. September) geht der Showdown der besten Klassement- und Bergfahrer im Radsport in die nächste Runde.
Tour-Champion Froome ist bei der dreiwöchigen Schinderei in glühender Hitze und über acht Bergankünfte erneut der Gejagte. Der britische Sky-Kapitän peilt das seltene Double aus Tour und Vuelta an. Seit Bernard Hinault im Jahr 1978 ist dies keinem Radprofi mehr gelungen, damals wurde die Spanien-Rundfahrt allerdings noch im Frühjahr ausgetragen.
„Es fühlt sich an, als hätte ich noch eine offene Rechnung zu begleichen“, sagte Froome nach drei zweiten Plätzen. Seinen ersten Gesamtsieg bei der letzten großen Landesrundfahrt der Saison wollen u.a. die Tour-Rivalen Romain Bardet (Frankreich) und Fabio Aru (Italien) verhindern. Auch Ex-Tour-Sieger Vincenzo Nibali (Italien) sowie der Franzose Warren Barguil sind am Start.
Besonders im Fokus steht Alberto Contador. Der „Pistolero“ bestreitet in seiner Heimat sein letztes Rennen. „Ich habe mir das gründlich überlegt und nun diese Entscheidung getroffen. Einen schöneren Abschied kann ich mir nicht vorstellen“, sagte drei dreimalige Vuelta-Sieger.
Von den neun deutschen Startern bei der 3324,1 km langen Rundfahrt ist der frühere Sanremo- und Roubaix-Sieger John Degenkolb (Gera) der prominenteste. sid