grosseinsatz auf den Ruchenköpfen

von Redaktion

Bayrischzell – Für die Einsatzkräfte der Bergwachten aus Bayrischzell, Schliersee und Hausham war es eine lange Nacht. Sie haben das Gebiet der Ruchenköpfe im Kreis Miesbach nach einem vermissten Münchner abgesucht. Ein Hubschrauber der Polizei war im Einsatz, außerdem Drohnen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet waren. In der Morgendämmerung sind Suchtrupps losgeschickt worden. Doch es dauerte bis in die Morgenstunden, bis die Einsatzkräfte den jungen Münchner tot unterhalb eines Gipfels fanden.

Er war am Donnerstagmorgen allein zu einer Bergtour aufgebrochen. Als er abends nicht nach Hause zurückgekehrt war und seine Frau ihn auch telefonisch nicht erreichen konnte, alarmierte sie die Polizei.

„Als wir angefordert wurden, war nur der Wanderparkplatz bekannt, auf dem der Münchner sein Auto abgestellt hatte“, berichtet Einsatzleiter Marinus Gruber von der Bergwacht in Bayrischzell. „Von dort aus wären diverse Routen denkbar gewesen.“ Nur durch einen glücklichen Zufall konnten die Bergretter den Suchradius relativ schnell eingrenzen. „Der Mann war das erste Stück mit einem Mountainbike unterwegs, das er später abgestellt hatte“, berichtet Gruber. Die Beschreibung des Rades war so gut, dass sich einer der Kameraden daran erinnerte, es bei einer privaten Tour am Donnerstag gesehen zu haben. „Das hat uns angespornt“, sagt Gruber. „Wir hatten die große Hoffnung, den Mann lebend zu finden.“

Dennoch suchten die Einsatztrupps stundenlang vergeblich nach dem 36-Jährigen. Erst am nächsten Morgen wurde seine Leiche unterhalb des Gipfels entdeckt. Der Münchner war in dem steinigen Gelände 150 Meter in die Tiefe gestürzt – und vermutlich sofort tot. Seine Leiche wurde mit dem Polizeihubschrauber ins Tal geflogen. Die Polizei informierte seine Frau. Der Mann war Vater eines erst sechs Monate alten Babys. Ein Kriseninterventionsteam betreute am Freitag die Familie.

„Wir gehen von einem Unfall aus“, sagt Einsatzleiter Gruber. Die Routen zum Gipfel gelten als eher einfach, sagt er. Für Bergsteiger mit Erfahrung und guter Ausrüstung – wie sie der Münchner hatte – sei die Tour auf der Nordwestseite zum Gipfel keine große Schwierigkeit. Doch Gruber betont auch: „Es ist aber eben ein Klettersteig.“ Jede noch so kleine Unachtsamkeit sei in dem steinigen Gelände extrem gefährlich. Wie es zu dem Unfall kam, wird wohl nicht geklärt werden können.  kwo

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