Hamburg – Die Reifenpanne aus dem Vorjahr schmerzt immer noch und motiviert Marcel Kittel für die Cyclassics buchstäblich bis in die Pedale. „Mit Hamburg habe ich noch eine Rechnung offen. Meine Zielstellung ist ganz klar der Sieg“, sagte der Radprofi vor dem Start am Sonntag (11.30 Uhr/ARD).
Einen klassischen „Platten“ auf dem 250. von 251 Kilometern hatte sich der 29- Jährige vor zwölf Monaten eingefangen. Kittel: „Trotzdem sind die Cyclassics ein wahnsinnig schönes Rennen. Und sie liegen mir als Fahrertyp natürlich auch.“ Sofern der Thüringer, der bei der diesjährigen Tour de France fünf Etappen gewinnen konnte, gut über den 87 Meter hohen Waseberg mit seinem extrem steilen Abstieg kommt und beim Schlussspurt noch frisch ist. „Aber wenn die Beine gut sind, sollte ich auch eine gute Rolle spielen können“, glaubt Kittel.
Schließlich muss der Arnstädter seine Kräfte nicht für die Weltmeisterschaften im September im norwegischen Bergen schonen. Dort wird er nicht starten, das hügelige Profil der Strecke ist nicht für den Sprinter gemacht. Umso größer aber sind Kittels Hoffnungen, nach Jan Ullrich (1997), Erik Zabel (2001), John Degenkolb (2013) und Andre Greipel (2015) als fünfter Deutscher den Sieg an der Elbe davonzutragen.
Mit dem Heimvorteil im Rücken rechnet sich aber auch Lokalmatador Nikias Arndt eine kleine Außenseiterchance aus. Der 25-Jährige aus Buchholz in der Nordheide gewann 2016 eine Etappe beim Giro d’Italia. „Top 5 wird nicht einfach, aber die Cyclassics sind mein Heimrennen“, sagte Arndt. sid