Spaniens Liga startet in Trauer

von Redaktion

Sportstars reagieren bestürzt auf den Anschlag im Barcelona – Messi: „Furchtbare Attacke“

von nicolas reimer

Barcelona – Barcelona trägt Trauer. Die Vorfreude auf den Ligastart der Primera Division ist jäh dahin, Fußball ist in Spanien plötzlich ausnahmsweise mal Nebensache. Auch der Stolz der katalanischen Metropole kondolierte den Angehörigen und Freunden der Terroropfer umgehend: „Der FC Barcelona drückt sein tiefstes Beileid aus“, schrieb Barca über den Anschlag, der ins „Herz der Stadt“ traf.

Vor sämtlichen Vereinsgebäuden wehten am Tag danach die blau-roten Klubfahnen auf Halbmast, die Profis um Superstar Lionel Messi hielten am Morgen eine Gedenkminute ab. Am Sonntag wird im Camp Nou erneut der Opfer gedacht, wenn der 24- malige Meister ab 20.15 Uhr sein erstes Saisonspiel gegen Betis Sevilla bestreitet. Eine Absage war zu keiner Zeit eine Option.

„Wir werden nicht aufgeben. Wir sind viel mehr, die in Frieden in einer Welt leben wollen, in der Respekt und Toleranz die Basis des Miteinanders sind“, schrieb Messi unter dem Eindruck der „furchtbaren Attacke“ auf seinem Facebook-Profil. Auch der Argentinier schickte „all meine Unterstützung an die Angehörigen“.

Am ehesten helfen können Messi und seine Mitspieler den Betroffenen, wenn sie ein bisschen Normalität in den Alltag bringen. Die Hürde Sevilla dürfte trotz der tragischen Ereignisse, trotz der holprigen Vorbereitung und auch trotz des noch immer nicht verpflichteten Ersatzes für den 222-Millionen-Euro-Abgang Neymar übersprungen werden. Für 90 Minuten kann es vielleicht etwas Ablenkung geben, auch wenn nicht nur der Trauerflor stets an den Schrecken erinnert. Als „Zeichen des Respekts“ werde dieser getragen, teilte der Verein unter dem Hashtag #TotsSomBarcelona mit.

Tatsächlich waren am Freitag alle ein bisschen Barcelona, ungeachtet ihrer Herkunft, ihrer Sportart, ihres Aufenthaltsorts oder ihrer Rivalität. „Erschüttert von dem, was in Barcelona passiert ist!“, schrieb Tennis-Star Rafael Nadal ebenso auf Twitter wie der Formel-1-Pilot Fernando Alonso, der „große Traurigkeit“ in „harten Zeiten“ empfand.

Anschlags-Opfer Bartra: „Ich liebe dich, Barcelona“

Aus Dortmund schickte der ehemalige Barca-Profi Marc Bartra, vor Monaten im Mannschaftsbus selbst Opfer eines Anschlags, seine Unterstützung „in die Stadt, die ich liebe“. Bartra reagierte betroffen. „Wo ich geboren wurde, wo ich aufgewachsen bin und wo die Leute sind, die ich liebe. All meine Unterstützung für die betroffenen Familien. Ich liebe dich, Barcelona“, twitterte der Spanier.

Auch Cristiano Ronaldo vom Erzrivalen Real Madrid gedachte der Opfer. „Ich bin bestürzt über die Nachrichten, die aus Barcelona kommen“, schrieb der Weltfußballer, versicherte seine „große Solidarität mit den Familien und Freunden der Opfer“. Ronaldo und seine Teamkollegen haben nur zwei Stunden mehr Zeit zur Trauer als die Barca-Rivalen, um 22.15 Uhr gastieren die Königlichen bei Deportivo La Coruna.

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