Regensburg – So sehr die CSU auf Landesebene die Politik in Bayern seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges dominieren mag: Auch die SPD hat in den Geschichtsbüchern des Freistaats Spuren hinterlassen – und dies nicht nur als Oppositionspartei. Das 125-jährige Jubiläum, das die Partei am Wochenende in Regensburg beging, kam sogar einem gewissen Understatement gleich. Denn tatsächlich können die Sozialdemokraten in Bayern gar auf eine deutlich längere Geschichte zurückblicken: Sie reicht wie im übrigen Bundesgebiet in die unruhigen Jahre Mitte des 19. Jahrhunderts. Als sich 1892 der Landesverband gründete, stellte die bayerische SPD bereits drei Reichstagsabgeordnete.
Doch zurück in die Gegenwart: Obwohl die SPD nach Ende des Zweiten Weltkriegs mit Wilhelm Hoegner sogar einen der ersten Ministerpräsidenten stellte, wird die bayerische SPD außerhalb des Freistaats immer gerne als ewige Oppositionspartei wahrgenommen. Doch für Landeschefin Natascha Kohnen, die selber wegen Erkrankung nicht am Jubiläum teilnehmen konnte, ist diese Einschätzung falsch: „Auf kommunaler Ebene regiert die SPD in vielen Städten und Gemeinden sehr erfolgreich. Hier ist bis heute die Machtachse der SPD in Bayern.“
Dass es aufgrund der CSU-Dominanz im Landtag auch ein anderes Gesicht gibt, ist sich die SPD laut Kohnen aber natürlich dennoch bewusst. Mit ihrer Politik, ihren Anträgen, ihren Ideen und ihrem Einsatz habe die Sozialdemokratie aber auch die Politik der CSU immer wieder aus der Opposition heraus maßgeblich beeinflusst. „Ein aktuelles Beispiel ist die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren, welches die SPD schon lange gefordert hat“, betonte Kohnen.
Mut für den Bundestagswahlkampf machte den jungen Partei-Genossen dann Renate Schmidt. Kämpferisch präsentierte sich die ehemalige Landesvorsitzende (1991 bis 2000): „Wenn man jetzt sechs Wochen vor der Bundestagswahl schon aufhört an den Sieg zu glauben, hätte man gar nicht erst antreten sollen.“ Und sie fügt hinzu: „Wahlen werden in den letzten Wochen entschieden. Zieht die Mundwinkel hoch: Kämpfen, kämpfen, kämpfen“, rief sie den Sozialdemokraten zu. Vor allem für die Jugend wolle man wieder attraktiver sein, betonte die stellvertretende Vorsitzende der Partei, Johanna Uekermann an. Dazu hatte die Partei Workshops durchgeführt. mm