3899 Bewerbungen für 125 000 Euro

von Redaktion

Moosburg – Heinrich Röhrl aus Moosburg (Kreis Freising) geht in die Geschichte der Fernsehsendung „Wer wird Millionär“ ein. Nicht wegen seines Gewinns – obwohl 125 000 Euro eine beeindruckende Hausnummer sind. Doch Rekord ist, wie lange es dauerte, bis es der 68-Jährige auf den Stuhl gegenüber von Moderator Günther Jauch schaffte: 3899 Bewerbungen per Telefon, Brief und Internet hat Röhrl eingeschickt, bevor es klappte.

Die erste bekam RTL schon im vergangenen Jahrtausend, 1999, am Tag, nachdem der Moosburger die Premierensendung der Quizshow angeschaut hatte. Und Röhrl blieb dran. 2006 hatte er schon einmal zum Kandidatenkreis gehört, es aber nicht auf den Stuhl geschafft. „Aufgeben gehört nicht zu meinem Vokabular“, sagte er unserer Zeitung.

So ging der Lebenstraum des Moosburgers doch noch in Erfüllung. Und er schlug sich äußerst achtbar. Erst bei der 250 000-Euro-Frage gab er auf. Alle Joker waren da bereits verbraucht. Zuvor lieferte er sich mit Günther Jauch immer wieder kleine Wortduelle. „Ich wollte Spaß haben, ich selbst sein und authentisch rüberkommen. Ich bin eben selbstbewusst“, sagt Röhrl. Dafür musste er auch einstecken. „So einen Klugscheißer hatten wir schon lang nicht mehr da“, frotzelte Jauch an einer Stelle.

Für den 68-Jährigen kein Problem: „Das war total okay. Ich hatte ja 18 Jahre Zeit, mich auf ihn vorzubereiten.“ Dazu zählte, dass Röhrl den ersten Jauch-Millionär, Professor Eckhard Freise, als Telefonjoker rekrutierte. „Ich habe den vor Jahren mal angerufen und gefragt“, erzählt der Moosburger. „Vorsorgen ist besser als heulen.“ An dem entscheidenden Abend blieb Freises Telefon aber still. Als der Joker zum Tragen kam, vertraute Röhrl auf einen alten Schulfreund.

Pläne, wie er das Geld ausgeben will, hat Röhrl noch nicht. Doch er hat gemerkt: „Wenn man von einem Tag auf den anderen einen sechsstelligen Betrag auf dem Konto hat, lebt es sich schon deutlich lockerer.“ Manuel Eser

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