München – Ungefähr 30 Autominuten östlich von München im oberen Isental liegt das kleine Dorf Burgrain, Teil der Marktgemeinde Isen im Landkreis Erding. Auf einem Hügel, umsäumt von 35 Hektar Wiesen und Wald, steht das schmucke Gestüt Mutzenhof, das der Elisabeth-Mann-Stiftung gehört.
Erbaut wurde das Gestüt mit 50 Pferdeboxen und Wohnhaus im Jahr 1972 von der damaligen Inhaberin der Zündapp-Werke, Dr. Elisabeth Mann. Trabrennpferde waren ihre Passion, Kinder – sie selbst hatte keine – liebte sie über alles. 1992, drei Jahre bevor sie im 87. Lebensjahr verstarb, gründete sie die nach ihr benannte Stiftung. Stiftungszweck ist in erster Linie die Ausbildung von Pferdewirten, Schwerpunkt Trabrennsport und Zucht, und die Förderung sportlicher Aktivitäten behinderter Kinder und Jugendlicher.
Gleich im ersten Jahr der Stiftungstätigkeit berief die Mäzenin ihren damaligen Trabertrainer, den bayerischen Meister Helmut Biendl (Straubing), als ehrenamtlichen Stiftungsbeirat. Bis heute bringt sich Biendl, inzwischen Privatier, mit seiner großen Erfahrung in die Stiftung ein. „Die Zusammenarbeit mit dem sehr engagierten Stiftungsvorsitzenden Dr. Jochen Niedner ist vorbildlich effektiv“, so Biendl.
„Die Chefin“, wie Elisabeth Mann von ihren Angestellten genannt wurde, würde sich freuen zu sehen, was auf Mutzenhof entstanden ist. Derzeit werden vier Lehrlinge in Zucht/ Haltung/Service auf dem Gestüt ausgebildet, weitere vier werden in der Ausbildung bei erfahrenen bayerischen Trabertrainern gefördert. Lehrherr ist Helmut Biendl, unterstützt von Berufstrabrennfahrer Werner Kammermeier, der bald die Meisterprüfung ablegen und Biendl als Gestütsleiter ablösen wird.
Ein Schulungszentrum für den bayerischen Trabrennfahrer-Nachwuchs, das auch von der Berufsschule München-Land genutzt wird, steht auf Mutzenhof ebenfalls zur Verfügung.
Nachdem in den Anfängen der Stiftung regionale Behinderteneinrichtungen, etwa in München, Freising und Straubing, finanziell unterstützt wurden, erfüllt man heute die Stiftungsvorgabe „Förderung sportlicher Aktivitäten behinderter Kinder und Jugendlicher“ auf dem Gestüt selbst. Eine nach modernsten Gesichtspunkten 20×40 m große, behindertengerechte, sehr lichte Halle wurde geschaffen. Ein Lifter für Rollstuhlpatienten ermöglicht auch diesen die Hippotherapie und heilpädagogische Förderung mit und auf dem Pferd.
Derzeit werden von drei angestellten Therapeutinnen neun Kinder betreut, auf 14 will man aufstocken. Für Familien, deren Budget für diese Art von Therapie zu klein ist, ist alles kostenlos, man kann sogar An- und Abfahrt zu und von den Terminen organisieren.
Info
Interessenten bis 18 Jahre, auch im Rollstuhl, können Kontakt mit Angelika Grasser von der Stiftungsverwaltung unter der Telefonnummer 08083 / 90 74 577 aufzunehmen. Der Stiftung stehen derzeit für die Therapie zwei passende Pferde zur Verfügung. Gesucht wird Verstärkung bis 160 cm Stockmaß, angedacht sind die Rassen Haflinger, Norweger, Quarterhorse. Strikte Voraussetzung: Erstklassiges Phlegma.