Olympia ohne Johaug

von Redaktion

Die umstrittene Dopingsperre der norwegischen Langläuferin wird auf 18 Monate verlängert

Lausanne – Die olympischen Langlauf-Wettbewerbe in Pyeongchang finden ohne die Norwegerin Therese Johaug statt. Der Internationale Sportgerichtshof CAS verlängerte gestern in Lausanne die ursprünglich vom norwegischen Nationalen Olympischen Komitee ausgesprochene Doping-Sperre von 13 auf 18 Monate. Der Skiweltverband FIS war gegen die seit dem 18. Oktober 2016 laufende 13-Monate-Sperre vor den CAS gezogen.

„Ich bin geschockt und am Boden zerstört. Ich kann die Strafe nicht verstehen und halte sie für unfair“, sagte Johaug. Norwegens Skiverbands-Chef Erik Røste urteilte ähnlich: „Ich denke, der Fehler, den sie gemacht hat, und die Konsequenzen stehen in keinem Verhältnis zueinander.“ Er betonte, dass eine Strafe streng, aber nicht ungerecht ausfallen müsse.

Die Staffel-Olympiasiegerin von Vancouver und siebenmalige Weltmeisterin hatte während eines Trainingslagers im September 2016 vom ehemaligen Mannschaftsarzt Fredrik Bendiksen eine Lippencreme bekommen, deren Inhaltsstoff Klostebol auf der Dopingliste steht. Die Creme führte zu einer positiven Probe. Der Arzt hatte sich für den Fehler verantwortlich erklärt und war zurückgetreten.

Sowohl das norwegische NOK als auch der CAS vertraten zwar die Auffassung, Johaug habe nicht vorsätzlich gegen die Dopingregeln verstoßen. Dennoch müsse man ihr vorwerfen, das Medikament nicht vorher geprüft zu haben. Ein Doping-Warnhinweis hätte sogar auf der Verpackung der Salbe Trofodermin gestanden.

Der CAS stellte klar, dass er im Sinne der Gleichheit bei Dopingvergehen handeln musste, auch wenn Johaug in ihrer Karriere eine weiße Doping-Weste vorweisen könne.

Trotz der Sperre will Johaug weitermachen. Ab der Saison 2018/2019 mit den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Seefeld als Höhepunkt kann sie wieder um Siege laufen.  dpa

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