Mehr Videoüberwachung in Bayern

Vorfahrt für Sicherheit

von Redaktion

Natürlich, wir leben in Zeiten des Terrors – und des Wahlkampfs, da spielt das Thema Sicherheit auch im vergleichsweise sicheren Bayern eine große Rolle. Insofern trifft CSU-Innenminister Herrmann bei vielen Bürgern den Nerv, wenn er vorschlägt, die Videoüberwachung an vielen öffentlichen Plätzen, vor allem aber auch im öffentlichen Nahverkehr, auszubauen, um mögliche Täter abzuschrecken oder dingfest zu machen. Vor allem Frauen, die nachts alleine in der S-Bahn unterwegs sind, begleitet oft ein mulmiges Gefühl – nicht nur zur Wiesn-Zeit. Eine Live-Überwachungskamera in Zügen könnte dabei ein Stück jener Unbekümmertheit zurückholen, die früher bei U- und S-Bahn-Fahrern in und um München selbstverständlich war. Sie könnte Polizeikräfte in sich abzeichnenden Bedrohungslagen schneller auf den Plan rufen und verhindern, dass Zug oder Bahnhof zum Tatort werden.

Allerdings: der Grat zwischen Sicherheit einerseits und Überwachung andererseits wird immer schmaler, auch der rechtstreue Bürger immer gläserner. Nicht nur durch den Staat: Black-Boxes in Autos, Fitnessarmbänder am Handgelenk oder der (freiwillige) Ausverkauf der Privatsphäre in sozialen Netzwerken nagen täglich am Fundament bürgerlicher Freiheit und Selbstbestimmung.

Alexander Weber

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