Es gibt schon komische Vögel, kann ich euch quaken. Neulich haben wir Enten einen gesehen: Er saß auf dem Unterarm eines Zweibeiners. Der hatte sich einen Schutz aus Leder umgebunden. Zum Glück, denn der Vogel hatte scharfe Krallen. Damit hätte er den Zweibeiner verletzen können. Der Vogel hatte eine lederne Haube auf dem Kopf. Darunter konnte er nichts sehen. An seinen Füßen war ein Band, das der Zweibeiner festhielt. Meiner Entenfreundin Klara schwante Schreckliches. „Der Zweibeiner hat den Vogel entführt“, quakte sie. „Wir müssen ihn befreien.“ Das war aber nicht nötig: Der Zweibeiner war kein Entführer, sondern ein Falkner. „So nennt man Menschen, die mit einem Vogel – oft ein Falke – auf die Jagd gehen“, quakte uns Ente Agnes. Beizjagd nennt man diese Art der Jagd, bei der sich Zweibeiner von Greifvögeln helfen lassen. „Das tun sie seit mindestens 3500 Jahren.“ Schon vor ein paar tausend Jahren brachten Zweibeiner in Asien Vögeln bei, Füchse, Kaninchen und kleinere Vögel für sie zu jagen. Hatte ein Greifvogel ein Beutetier erwischt, durfte er das nicht behalten. Er bekam aber ein Stück Fleisch ab. So eine Belohnung bekam auch der Falke vor uns. Er hatte nämlich brav gemacht, was der Zweibeiner von ihm wollte. Kaum hatte der die Haube abgenommen und die Schnur gelöst, flog der Vogel los – und flatterte auf einen Pfiff des Zweibeiners hin zurück. Eure Paula