Bayern droht ein hartes Vorspiel

von Redaktion

Duell mit Barca, Paris oder ManCity ist in Champions League-Gruppenphase nicht ausgeschlossen – auch BVB stellt sich auf schwere Lose ein

von hanna raif

München – „Meine Bayern“ – das sind die zwei Worte, die Carlo Ancelotti ab heute begleiten werden, wann immer diese Champions League-Hymne erklingt. Wenn er viel Glück hat, wird das bis zum 26. Mai 2018 sein, wenn in Kiew das Finale der Königsklasse ausgetragen wird. Wenn er kein Glück hat, nur bis März (Achtelfinale), April (Viertelfinale) oder Anfang Mai (Halbfinale). So viel Pech, dass der Auftritt auf Europas Bühne schon im Dezember vorbei sein wird, dürfte er kaum haben – obschon dem FC Bayern bei der Auslosung der Gruppenphase heute (18 Uhr) in Monaco eine harte Gruppe droht.

Wer vor dem Start einer Saison große Töne spuckt, bekommt diese immer wieder zu hören – so läuft das Geschäft. Und Ancelotti hat eben schon weit vor dem Start der Champions League seinen eindeutigen Favoriten benannt. Sein Team, führte er zuletzt aus, habe „die Möglichkeit und die Qualität“ dazu, es sei nicht einfach, „aber wir versuchen, besser abzuschneiden als letztes Jahr“. Heißt: Es soll weitergehen als bis ins Viertelfinale, wo man im Frühjahr an Real Madrid scheiterte. Und heißt auch: Alles, was heute ausgelost wird, ist nur Vorgeplänkel.

Im vergangenen Jahr ging es gegen Atletico Madrid, den PSV Eindhoven und den FK Rostow, auch heuer ist der FC Bayern als Gruppenkopf gesetzt, entgeht damit aber nicht automatisch starken Gegnern. Denn seit der Reform 2016 sind nicht mehr die acht Teams mit dem besten UEFA-Koeffizienten gesetzt, sondern die Landesmeister der führenden Nationen. In Topf zwei warten daher der FC Barcelona, Paris St. Germain mit 222-Millionen-Transfer Neymar, Atletico Madrid, Manchester United und auch ManCity, das nach der Einkaufs-Tour durch Bayerns Ex-Trainer Pep Guardiola Großes anstrebt. Die englischen Klubs schätzt auch Ancelotti heuer besonders stark ein. Tottenham Hotspur aus Topf 3 würde man gerne umgehen.

Eine besonders schwere Gruppe droht Borussia Dortmund. „Es gibt einige sehr ambitionierte Konstellationen, zum Beispiel mit Real Madrid und Tottenham“, sagt Kapitän Marcel Schmelzer. Dem Titelverteidiger wollen die Dortmunder nicht nur aus sportlicher Sicht entgehen, sondern auch aus geographischer. Seit Oktober 2012 absolvierte der BVB bereits acht Spiele gegen Real, Schmelzer fände es schön, „wenn wir mal in andere Städte kommen“. Keine großen Wünsche hingegen hat Neuling RB Leipzig, der allerdings selbstbewusst startet. „Die sollen ruhig kommen“, sagte Kapitän Willi Orban, während Trainer Ralph Hasenhüttl auf den FC Barcelona hofft.

Für den Vizemeister wäre das Überwintern im Wettbewerb ein Erfolg, für die Bayern nicht mehr als ein Vorspiel. Bei 20 Teilnahmen an der Gruppenphase scheiterte der Meister erst ein Mal. 2003 war das, als Gruppenletzter. Gegner: Unter anderem der AC Mailand, der später den Henkelpott gewann. Mit Trainer: Carlo Ancelotti.

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