Gold schon vor dem letzten Ritt

von Redaktion

Die deutsche Dressur-Equipe gewinnt in Göteborg souverän den 23. EM-Titel

Göteborg – Schon vor dem letzten Ritt durfte sich das deutsche Dressur-Team über Gold freuen. Isabell Werth hätte gar nicht mehr reiten müssen – so überlegen gewann das Quartett um die erfolgreichste Reiterin der Welt bei der Europameisterschaft in Göteborg. „Es war schon speziell heute, aber ich war nicht darauf fokussiert, dass ich schon Gold hatte“, sagte Werth später mit strahlendem Lächeln. „Es war unser Ziel, hier Gold zu gewinnen – und das haben wir geschafft.“

Als die erfolgreichste Reiterin der Welt geritten war, spiegelten auch die Zahlen die Überlegenheit wider. Mit 237,072 Prozent gewann das deutsche Team vor Dänemark (224,643) und Schweden (221,143). Werth zeigte mit der Gewissheit der sicheren Goldmedaille eine starke Leistung und erhielt für ihren Ritt mit Weihegold die mit Abstand höchste Bewertung. „Es ist schon besonders, dass wir gewonnen hätten, auch wenn Isabell nicht dabei gewesen wäre“, sagte Sönke Rothenberger: „Wir waren die bei weitem stärkste Nation.“  Der 22-Jährige hatte den Vorsprung so weit ausgebaut, dass die anderen Mannschaften chancenlos waren. Während Werth sich mit ihrer Stute Weihegold noch auf dem Abreiteplatz vorbereitete, schwanden die theoretischen Zweifel am deutschen Sieg mit der letzten dänischen Starterin Cathrine Dufour.

„Das war eine starke Leistung“, schwärmte Equipe-Chef Klaus Roeser und fügte an: „Du bist immer nur so gut, wie die Konkurrenz es zulässt.“ Roeser lobte zugleich die „Top-Leistungen“ der deutschen Paare. „Ich glaube, das liegt auch an unserem Trainerteam und der ganzen Betreuung.“

Mit dem Erfolg rehabilitierte sich die führende Dressur-Nation für den peinlichen Auftritt bei der Heim-EM vor zwei Jahren. In Aachen trat das Team mit dem nicht mehr fitten Wunderpferd Totilas an und holte Bronze. Es ist das 23. Mal, dass deutsche Reiter nun den Mannschafts-Titel gewinnen. Die schlechtesten Platzierungen waren bisher die dritten Plätz 2009 in Windsor und in Aachen.

Während das Dressur-Team feiern durfte, mussten die Springreiter den durchwachsenen Start verarbeiten. „Wir sind noch nicht ganz weit weg“, sagte Bundestrainer Otto Becker. Sein Quartett mit drei Neulingen liegt nach der ersten von drei Teilprüfungen auf Platz sieben. Es führt die Schweiz vor Frankreich.  dpa

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