Richter stoppte Abschiebung

von Redaktion

Drahtzieher des Attentats sollte Spanien verlassen – Anti-Islam-Welle

Madrid – Die spanische Justiz hat einen schweren Fehler im Umgang mit dem mutmaßlichen Kopf der Terrorzelle in Katalonien eingeräumt. Ein Richter habe die Abschiebung von Imam Abdelbaki Es Satty im März 2015 gestoppt, erklärten die Behörden. In der Entscheidung habe es geheißen, der Imam stelle keine „ausreichend schwere Gefahr für die öffentliche Ordnung dar“.

Der aus Marokko stammende Es Satty habe zum Zeitpunkt seiner geplanten Abschiebung eine vierjährige Haftstrafe wegen Drogenhandels verbüßt, hieß es. Der zuständige Richter habe jedoch geurteilt, der Imam sei „um eine Integration in die spanische Gesellschaft“ bemüht.

Es Satty gilt als Drahtzieher hinter den Anschlägen in Katalonien mit 15 Toten und mehr als 120 Verletzten. Nach Erkenntnissen der Ermittler starb er kurz vor den Anschlägen bei einer Sprengstoff-Explosion in einem Haus in Alcanar. Die Terroristen waren vor ihrer Tat offenbar auch in Brüssel und Paris. Es Satty hatte sich zumindest Anfang 2016 in Belgien aufgehalten.

Nach den Anschlägen ist in Spanien die Zahl der antiislamischen Übergriffe drastisch gestiegen. Mindestens vier Moscheen in Granada, Fuenlabrada, Logroño und Sevilla hätten in den vergangenen Tagen Schändungen und Angriffe gemeldet, berichtete die Zeitung „El País“. „Wir registrieren dieser Tage eine brutale Welle der Islamfeindlichkeit“, zitierte das Blatt den Leiter der Bürgerplattform gegen Islamophobie.

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