Neureichenau/München – Bayerns Staatsforsten sind bei dem schweren Unwetter vom vergangenen Freitag glimpflich davongekommen. Das ergab eine erste Bestandsaufnahme der Schäden. 90 Prozent der rund zwei Millionen Kubikmeter Holz, die der Sturm in privaten und staatlichen Wäldern gefällt hat, liegen in den niederbayerischen Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau. Dort zuständig ist Gudula Lermer, Chefin der Staatsforsten Neureichenau. „Der Schaden kommt zu einem unangenehmen Zeitpunkt, weil wir mit dem Borkenkäfer kämpfen, aber er ist nicht katastrophal“, sagt sie.
Insgesamt 150 000 Festmeter, so viel wie die Staatsforsten normalerweise in einem ganzen Jahr ernten, sind als Sturmholz gefallen. Sie sollen zwar bald aufgearbeitet werden, dann aber zunächst auf Lagerplätze wandern, um den ohnehin leidenden Holzpreis nicht weiter unter Druck zu setzen. „Wir müssen uns mit den Privatwaldbesitzern solidarisch zeigen“, sagt Lermer.
Dazu passt auch, dass die Staatsforsten gestern einen sofortigen, bayernweiten Einschlagsstopp für ihr Nadelfrischholz, zunächst bis November 2017, ankündigten. Davon ausgenommen sei nur Borkenkäferschadholz.
Forstchefin Lermers größtes Anliegen ist derweil, dass bei der Arbeit mit den unter Spannung stehenden Stämmen niemand zu Schaden kommt. Auch den privaten Forstwirten rät sie, trotz des Schocks über ihren Riesenschaden, Ruhe zu bewahren. „Das ist das Wichtigste. Es nützt jetzt nichts, den Opa mit dem Blaumann in den Wald zu schicken.“ Vorsicht rät sie auch den Ausflüglern: „Wer nicht in den Forst muss, sollte lieber draußen bleiben.“
In Oberbayern fällt das Sturmholz im Rahmen der normalen Holzernte kaum ins Gewicht, erklärt Staatsforsten-Sprecher Philipp Bahnmüller. Auch er mahnt aber Waldbesucher zur Vorsicht: „Es kann immer mal ein loser Ast in einer Baumkrone hängen.“ Josef Ametsbichler