Weltweiter Engpass bei Gegengift

von Redaktion

Genf – Giftige Schlangen verletzen mehr als 2,5 Millionen Menschen im Jahr, für mehr als 100 000 endet der Biss tödlich. Das Fatale: Weltweit fehlt Antiserum. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf hat Alarm geschlagen. „In vielen Ländern gibt es keine eigene Qualitätsprüfung für Medikamente“, sagt Micha Nübling, Leiter der zuständigen WHO-Abteilung. So wurden manche Märkte in Afrika über Jahre mit kaum wirksamen Gegengiftmedikamenten aus Asien überschwemmt. Die halfen nicht, die Menschen wurden skeptisch und gingen zu dubiosen Heilern, die meist auch nichts ausrichten konnten. So ging der Markt kaputt. In Afrika ist das Problem besonders groß, weil es kein einziges adäquates Mittel gibt. Bis zu 30 000 Menschen sterben jedes Jahr an Schlangenbissen. Die WHO hat Schlangenbisse jetzt auf die Liste der vergessenen tropischen Krankheiten gesetzt. Das macht hoffentlich mehr Geld in reichen Ländern für die Unterstützung von Lösungen locker. Denn die Zahl der Todesopfer durch Bisse ist so hoch wie bei Dengue-Fieber, eine Krankheit, die deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommt. Zudem arbeitet die WHO an Richtlinien für die sichere Produktion wirksamer Mittel. Sobald die WHO Mittel mit ihrem Gütestempel versieht, sollte die Produktion anlaufen.

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