zu Afghanistan/Trump

von Redaktion

Le Monde, Paris

Pressestimmen

„Es war sichtlich keine Ansprache, die Trump gerne gehalten hat. (…) Sein finsterer Ton hat vor allem eine Einsicht offenbart: Der Afghanistankrieg, ein langer, komplizierter und undankbarer Zermürbungskrieg, der bereits das Leben von 2000 Amerikanern und Tausenden Afghanen gekostet hat, ist nun auch Trumps Krieg.“

„Vor allem hat er sich bei einem schwierigen internationalen Problem, das nicht ohne Beteiligung der USA zu lösen ist, für Engagement und gegen Isolation entschieden. Das ist ein Sieg der etablierten Außenpolitik und der militärischen Vernunft über die eigenbrötlerischen und isolationistischen Ansichten des ehemaligen Chefstrategen im Weißen Haus, Steve Bannon. Mit etwas Glück könnte das auch die Wiederaufnahme des amerikanischen Engagements an anderen Fronten signalisieren. (…)

„So radikal und überraschend der Kurswechsel des Präsidenten ist, so ist es doch begrüßenswert, dass Trump den Weg der Vernunft in Afghanistan eingeschlagen hat. Die USA können von dort derzeit nicht abziehen – sie hinterließen ein Machtvakuum, das radikale Gruppierungen direkt ausfüllen würden.(…) Trumps Kehrtwende ist aber auch deswegen positiv, weil sie zeigt, dass der Präsident dazu imstande ist, sich von seinen Beratern überzeugen zu lassen. Dass er es für einmal geschafft hat, sich an das Redemanuskript zu halten, wirkte sich positiv auf den Auftritt aus.“

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