Hoffen auf „Hammerschorsch“

von Redaktion

Deutsche Volleyballer bauen bei der EM auf Routinier Georg Grozer – Heute Start gegen Italien

Von Kirsten OPITZ

Stettin – Ausgerechnet Italien, wird sich Andrea Giani bei der Veröffentlichung des EM-Spielplans gedacht haben. „Natürlich ist das mein Land, für das ich 20 Jahre gespielt habe. Und ich werde beide Nationalhymnen im Geist mitsingen“, sagt der Bundestrainer vor dem heutigen Auftakt (20.30 Uhr) der deutschen Volleyballer gegen den Mitfavoriten im polnischen Stettin.

Die Prioritäten im Spiel gegen den Medaillenkandidaten sind allerdings klar verteilt. „Ich bin Coach der deutschen Nationalmannschaft, und wenn das Spiel beginnt, denke ich nur an meine Jungs“, sagte Giani: „Wir haben unser Niveau angehoben, aber wir müssen es bei der EM über einen längeren Zeitraum zeigen. Dazu müssen wir an uns glauben.“ Die weiteren Gegner in der Gruppe B sind Tschechien (Sonntag, 20.30 Uhr) und die Slowakei (Montag, 17.30 Uhr).

Giani war Anfang des Jahres angetreten, um die deutschen Männer zu Erfolgen in WM-Qualifikation, World League und EM zu führen, verfehlte jedoch bereits zweimal sein Ziel. Bei der EM soll seine neu formierte Mannschaft nun endlich ihr Potenzial entfalten.

Dabei kann der 47-Jährige auf zwei Rückkehrer zählen. Diagonalangreifer Georg Grozer will es nach der Enttäuschung über die verpasste WM-Qualifikation noch einmal wissen. Wenn der 32 Jahre alte „Hammerschorsch“ zu Bestform aufläuft, ist die Offensive kaum zu stoppen. Im Block, der in den letzten Tests noch Luft nach oben hatte, soll Michael Andrei mehr Sicherheit bringen. „Beide sind erfahren, beide bringen viel Energie und Emotionen mit. Unser Team wird mit den beiden stärker sein“, sagte Giani.

Im Vergleich zur EM 2015, als Deutschland noch unter Gianis Vorgänger Vital Heynen im Viertelfinale scheiterte, ist die Mannschaft nun deutlich jünger. Gleich sieben Debütanten müssen integriert werden, ein schwieriges Unterfangen. Giani, der bereits Slowenien überraschend zu EM-Silber 2015 geführt hatte, macht seinen Schützlingen vor Turnierbeginn keinen Druck. Schließlich ist es bislang noch keiner deutschen Männer-Mannschaft gelungen, eine EM-Medaille zu gewinnen. Auch Kapitän Lukas Kampa hält sich mit Vorgaben zurück: „Das erste Ziel sollte sein, eine gute Vorrunde zu zeigen und eine Runde weiterzukommen.“

Am Dienstag reiste die Mannschaft mit dem Bus nach Stettin und nahm am Abend beim ersten Training bereits die Azoty Arena in Augenschein. Von dort will das Team weiter nach Kattowitz reisen, wo am Mittwoch die Play-off-Runde und am Donnerstag das Viertelfinale ausgetragen wird. Die Finalrunde findet in Krakau statt.

Bei der EM erreichen die vier Gruppensieger direkt die Runde der letzten Acht, die jeweiligen Zweiten und Dritten spielen zuvor die Gegner aus. In der K.o.-Phase könnte es bereits zu Beginn zu einem Aufeinandertreffen mit den vom früheren Bundestrainer Vital Heynen betreuten Belgiern kommen. Gutes Omen: In der Vorbereitung gewannen die Deutschen mit 3:1.

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