Hoffenheimer Katerstimmung

von Redaktion

Nach der krachenden Niederlage geht Nagelsmann mit seinem Team hart ins Gericht

Liverpool – Ganz am Ende des Abends fiel Julian Nagelsmann wieder ein, dass er sich noch nicht von der europäischen Bühne verabschieden muss. Der AC Mailand, der FC Arsenal oder Lazio Rom: Das sind alles große Namen, auf die sein Verein 1899 Hoffenheim demnächst in der Europa League treffen könnte. Diese Aussicht lässt ihn zwar das krachende Aus in der Champions-League-Qualifikation nicht vergessen. Ein zeitweise demütigendes 2:4 (1:3) beim FC Liverpool war so aber zumindest ein bisschen leichter zu ertragen.

„Wir sollten alle auch die Europa League positiv sehen“, sagte Nagelsmann nach dieser noch viel zu niedrig ausgefallenen Niederlage an der Anfield Road. „Das ist ein Wettbewerb, in dem wir international reifen können und in dem wir vielleicht auf Gegner treffen, die besser zu uns passen. Wir werden nicht bei der UEFA anrufen und sagen: Wir treten nicht an.“ Heute werden in Monaco die Vorrunden-Gruppen ausgelost.

Abgesehen davon fiel dem 30 Jahre alten Shootingstar der Trainerwelt aber nichts Positives oder gar Versöhnliches zu dieser Lehrstunde in Liverpool ein. Im Gegenteil: Nagelsmann ging mit den Europacup-Debütanten der TSG hart ins Gericht. „Sehr, sehr kopflos“ hätte sein Team gegen Jürgen Klopps Vollgas-Fußballer agiert. „Wir hatten einige Spieler, die bis zur 30. Minute gar nicht auf dem Feld waren.“ In dieser Zeit habe Liverpool seinen Gegner „auseinandergeschraubt“.

Die Spieler selbst fühlten sich durchaus angesprochen. „Ich kann es nicht verstehen. Wir haben ein Jahr lang hart für diese Chance gearbeitet. Es tut jetzt einfach weh, dass man sich diese Chance innerhalb von 20 Minuten so kaputt macht“, sagte Sandro Wagner. Dessen Tor in der 79. Minute nutzte der TSG überhaupt nichts mehr, weil es nach rund 20 Minuten durch Tore von Emre Can (10./21.) und Mohamed Salah (18.) schon 0:3 stand.

Klar wurde dann aber auch: Der Abend hat Nagelmanns Ehrgeiz noch verstärkt. „Diesen Anspruch habe ich an meine Spieler und an mich“, sagte er. „Dass sie versuchen, sich so zu entwickeln, dass sie auch auf dieses Niveau kommen. Dass wir noch einmal die Chance haben, so ein Spiel zu spielen. Und dass wir es dann besser machen.“  dpa

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