Rotterdam – Die niederländische Polizei hat vor der Absage eines Popkonzertes in Rotterdam eine konkrete Anschlagswarnung aus Spanien erhalten. Die paramilitärische spanische Polizeieinheit Guardia Civil hätte am Mittwochnachmittag den Hinweis gegeben, dass ein „gewalttätiger Anschlag“ im Rotterdamer „Maassilo“ geplant sei, sagte Rotterdams Polizeichef Frank Paauw dem öffentlich-rechtlichen Sender NOS. Dort sollte später am Abend die US-Popband Allah-Las vor etwa 1000 Zuschauern auftreten.
Ein in der Nähe des Konzertortes festgenommener Spanier erwies sich nach Polizeiangaben als ungefährlich. In der Nacht zum Donnerstag nahm die Polizei dann einen weiteren Mann fest. Der 22-jährige Niederländer sei aufgrund von Hinweisen der spanischen Polizei und der eigenen Fahndungsarbeit in der südlichen Provinz Nordbrabant aufgespürt worden, sagte Polizeichef Paauw. Damit sei die Bedrohungslage beendet.
Den aus Spanien eingereisten Fahrer eines Lieferwagens mit Gasflaschen, der unweit des Konzertgebäudes festgenommen wurde, stufte die Polizei später als harmlos ein. Der Monteur sei in betrunkenem Zustand mit seinem Wagen hin- und hergefahren. Die Gasflaschen verwende er für seine berufliche Tätigkeit.
Die 2008 gegründete Band Allah-Las ist nach Angaben der niederländischen Zeitung „De Telegraaf“ bereits mehrfach wegen ihres Namens angefeindet worden. Während Muslime ihn als Affront gegen ihren Glauben betrachteten, habe die Band bereits mehrmals betont, den Namen wegen seines „heiligen Klanges“ gewählt zu haben. Er sei schlicht aus einem Wortspiel mit dem in der Musik häufigen „La-la-la“ entstanden. Die Band reiste gestern zu einem Konzert nach Warschau. Für die dort geplante Show seien die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt worden, erklärten die Veranstalter.