Salmonellen bei Bayern-Ei, Listerien bei Sieber, Ekelfunde in Großbäckereien, zuletzt die Fipronil-Eier – die Liste der jüngsten Lebensmittelskandale ist lang. Und der Verbraucher? Sitzt am untersten Ende der Nahrungskette und schluckt kopfschüttelnd die Informationen, die ihm meist nur scheibchenweise serviert werden.
Dabei hätte gerade in Sachen Transparenz vieles anders laufen können. Schon im Koalitionsvertrag vor vier Jahren einigten sich SPD und Union darauf, Paragraf 40 des Lebens- und Futtermittelgesetzbuches zu überarbeiten. Darin ist geregelt, wie die Öffentlichkeit über Missstände bei der Lebensmittelherstellung informiert wird. Doch das Gesetz ist unzureichend. Das hat auch die Politik schon damals erkannt. Passiert ist seitdem trotzdem nichts.
Wer auch immer nach dem 24. September einen Regierungsauftrag erhält, wird eine offene Baustelle vorfinden, die dringend angegangen werden muss. Und zwar im Sinne des Verbrauchers und nicht, wie bisher, zur Zufriedenheit der Unternehmer. Das wird weitere Skandale zwar nicht verhindern. Aber den Bürgern wäre ja schon geholfen, wenn sie statt einer Salami-Taktik frühzeitig eine klare Aussage über die verdorbene Wurst bekommen.
Dominik Göttler
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