Nur noch im Netz

von Redaktion

Wegen schlechter Zuschauerzahlen streicht der Bayerische Rundfunk im neuen Jahr die Sendung „Puls TV“ aus dem Programm

„Puls“ – unter diesem Label präsentiert der Bayerische Rundfunk (BR) Programm für junge Leute, und zwar im Radio, im Fernsehen und online. Doch während der Münchner Sender mit seiner Jugendwelle im Radio in die analoge Verbreitung via UKW und damit in eine sehr traditionelle Technik strebt (wir berichteten), sieht er das klassische lineare Fernsehen bei den 19- bis 29-Jährigen offenbar als Auslaufmodell an. Wie es jetzt auf Anfrage unserer Zeitung aus dem Funkhaus hieß, wird das Magazin „Puls TV“ mit Ariane Alter und Sebastian Meinberg, zu sehen immer donnerstags um 23.45 Uhr, zum Jahresende eingestellt.

Die Inhalte, so beeilt man sich jedoch zu versichern, werde es weiterhin geben, und zwar dort, „wo sie ihre Zielgruppe finden“, nämlich unter anderem in der Mediathek des Senders, auf Facebook, im Youtube-Kanal von Puls oder in Funk, dem nur im Netz verbreiteten Angebot von ARD und ZDF. Dort sei man schon jetzt sehr erfolgreich. Auch Kostengründe spielten bei diesem Schritt eine Rolle. Wie hoch die durch Streichung der Sendung eingesparte Summe ist, wollte man beim BR jedoch nicht verraten.

Die Sehgewohnheiten der jungen Leute scheinen den Programmstrategen Recht zu geben. So hatte der Youtube-Kanal „Puls Reportage“ nach Senderangaben im Oktober knapp 4,3 Millionen „Views“, gerade sei überdies die Grenze von 100 000 Abos überschritten worden. Das Durchschnittsalter betrage 25 Jahre. Überschaubar dagegen das Interesse an „Puls TV“ – am späten Donnerstagabend sahen gerade einmal 40 000 Zuschauer zu (Marktanteil: 2,2 Prozent), der hauseigenen Medienforschung zufolge mit durchschnittlich 56 Jahren nicht gerade die angestrebte Zielgruppe.

Diesen Schnitt insbesondere am Donnerstag – hier laufen Formate wie „Quer“ und „Ringlstetter“ – zu senken, hat sich der BR fest vorgenommen: „Insgesamt bleibt es auch ohne ,Puls TV‘ unser Ziel, den Donnerstagabend im BR Fernsehen zu einem jüngeren Abend weiterzuentwickeln.“ Rudolf Ogiermann

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