Ein Hot Dog ist Fast Food, nichts für Feinschmecker. Was für den schnellen Hunger, nicht mehr. „Stimmt nicht“, sagt Bobby Bräuer. Er muss es wissen: Mit zwei Michelin-Sternen und 18 Gault Millau-Hauben gehört er zu den besten Köchen in der Stadt München. Jetzt hat der Meisterkoch ein Kochbuch herausgegeben mit dem Titel „1 Hot Dog und 2 Sterne“ (erschienen bei Gräfe und Unzer, 240 Seiten, 29,99 Euro). Bräuers Mission: „Ich will zeigen, wie man auf jedem Niveau tolle Gerichte kochen kann.“
Gute Produkte und Liebe zum Kochen, diese Zutaten brauche es für ein stimmiges Gericht. „Dann wird jedes Essen brillant.“ Selbst der von Feinschmeckern sonst gerne verschmähte Hot Dog. Beim Hot Dog dürften übrigens die obligatorischen Zwiebelringe nicht fehlen, so Bräuers Tipp.
Bräuers Kochbuch ist Rezeptsammlung und Biografie in einem. 60 Rezepte aus seiner täglichen Arbeit in der BMW-Welt, wo er für die gesamte Gastronomie von Feinkost Käfer, von den Snacks im CooperS bis hin zum Zwei-Sterne-Restaurant EssZimmer verantwortlich ist.
Gleichzeitig gibt der 57-Jährige Einblicke in sein Leben. Er war „ein Kochlehrling mit Flausen im Kopf“, erinnert sich der Spitzenkoch an seine Lehrjahre bei Otto Koch. Dessen Restaurant, das „Le Gourmet“ auf der Theresienhöhe, hatte schon damals einen Michelin-Stern. Für den jungen Bräuer, der bis dato sein Geld mit Modeaufnahmen für die „Bravo“ verdient hatte, war die Kochlehre eine Herausforderung – die Forderung nach Pünktlichkeit, Genauigkeit und Disziplin eine Umstellung. Die Lehre bei Otto Koch war „ein Glücksfall“, wie der gebürtige Münchner heute rückblickend sagt. Mit 27 Jahren erfüllt sich Bobby Bräuer einen Traum: Er fängt bei Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann an. Die zweieinhalb Jahre in der legendären „Aubergine“ beschreibt er als prägend.
Bobby Bräuer ist viel in der Welt herumgekommen, hat mit den besten Köchen gearbeitet. Seit 13 Jahren kocht er wieder in München, Michael Käfer hat ihn damals wieder an die Isar geholt.
Der Spitzenkoch versteht sich als Teamplayer: Deshalb hat er auch den einzelnen Küchenchefs in der BMW-Welt jeweils eine Doppelseite in seinem Buch gewidmet: Philip Jaeger, David Müller, Kevin Schumann und Henry Höfer.
Bräuers Frau Stephanie gibt den Lesern noch eine Gebrauchsanweisung zur Hand. Am besten pickt man sich einzelne Komponenten heraus. Ihr Favorit: Ein Lolli von geschmorter Petersilie und Sesam. „Den bekomme ich auch locker hin.“ Stephanie Ebner