Das Dinner der Zukunftsdenker

von Redaktion

300 kreative Köpfe feiern bei der DLD-Technologiekonferenz in der Residenz

Steffi Czerny (64) wollte ihn unbedingt wieder dabei haben. Und wenn die DLD-Gründerin eine Einladung zur Technologiekonferenz „Digital, Life, Design“ ausspricht, sagt bestimmt niemand ab. So auch Deutsche-Post-Chef Frank Appel (57). Vor zehn Jahren war er schon einmal bei der DLD-Konferenz dabei, nun saß der Manager am Samstagmittag wieder auf der Referentenbank. Sein Thema: Die Verwandlung eines globalen Service- und Logistikunternehmens.

Bereits zum 15. Mal diskutieren Unternehmensgründer, Talentjäger, Wissenschaftler, Kapitalgeber, Erfinder, Künstler und Philosophen bei der Innovationskonferenz DLD drei Tage lang über künstliche Währungen, denkende Maschinen und fliegende Lufttaxis. Themen eben, die die Welt verändern. „Mich interessiert vor allem die Wissenschaft“, verrät Appel. Kein Wunder, hat er doch Chemie studiert und im Bereich Neurobiologie promoviert. Sein DLD-Besuch beschränkte sich allerdings auf einen Tag. „Ich fliege morgen wieder zurück nach Bonn“, sagte er. Denn bereits am Dienstag wartet auf ihn das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos. „Die DLD-Konferenz ist immer direkt vor Davos, deshalb ist dieser Termin immer eng“, so Appel weiter. Aber in Davos habe er vor vielen Jahren auch Steffi Czerny kennengelernt. Die Zeit nach seinem Vortrag genoss der Deutsche-Post-Chef dennoch sehr – vor allem beim Chairmen’s Dinner am Samstagabend in der Residenz.

300 geladene Gäste, darunter Referenten, Sponsoren und Freunde, tauschten sich aus und vernetzen sich bei Klaviermusik von Star-Pianist Okiem, Rinderfilet, Ziegenkäse und Schokotörtchen. Schauspielerin Maria Furtwängler (52) hielt stellvertretend für ihren Mann, Verleger und DLD-Gastgeber Prof. Dr. Hubert Burda (78), der kurzfristig nach Berlin musste, eine Willkommensrede: „Heute Abend bin ich sozusagen als Chairwoman in Vertretung meines Mannes hier.“ Besonders freue sie sich auf die Vorträge über die Zukunft des Essens und natürlich auf Facebook-Co-Chefin Sheryl Sandberg (49), die am Sonntagmittag die Frage stellte: „Was für ein Internet wollen wir?“ Ein Thema, das viele Konferenzteilnehmer interessierte. Auch Kardinal Reinhard Marx (65). „Für einen Kirchenmann ist es ebenfalls wichtig zu hören, welche Herausforderungen sich aus der Digitalisierung ergeben“, sagte er.

Herausforderungen, mit denen Ludwig Prinz von Bayern (36) schon längst zu kämpfen hat. Denn der künftige Wittelsbach-Chef lebt derzeit in Kenia, hilft mit seinem Projekt Lions jungen Kenianern, innerhalb von einem Jahr selbstständig Geld zu verdienen. „Derzeit bauen wir auch die erste digitale Mädchenschule in Kenia“, so von Bayern. Trotz der Liebe zu Afrika bleibe seine Heimat aber Bayern. „Eines Tages werde ich auch wieder zurückkommen“, verrät er.

Jedes Jahr zurück zum DLD kommt auch BWL-Professorin Ann-Kristin Achleitner (52). „Es gibt einfach keinen besseren Ort, wo auf der einen Seite die neuesten Themen gemacht werden, und wo es gelingt, aus den verschiedensten Bereichen Leute zusammenzubringen.“ So trifft der Manager auf den Medienunternehmer, der Prinz auf die Auktionatorin. Das gefällt Appel, der seit 2008 Post-Chef ist. Ebenso wie das diesjährige Motto der Konferenz „Optimismus und Mut“. „Ich bin ein sehr optimistischer Mensch, aber wenn man für 520 000 Menschen Verantwortung hat, muss man auch immer Risiken mitabwägen und die Balance finden.“

Er selbst habe in seinem Leben viel Glück gehabt, war zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. „Man muss im Leben Risiken eingehen, dann kommt das Glück dazu“, so Appel. „Ich mache das, was ich mache, sehr gerne, und werde das auch noch ein bisschen weitermachen“, gibt er zu.

TERESA WINTER

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