Michael Graeter erinnert sich an Hannelore Elsner: „Sie war sehr leidenschaftlich und eine gute Köchin!“

von Redaktion

Münchens Klatschlegende Michael Graeter (geb. 1941) war vier Jahre lang mit Hannelore Elsner liiert. „Ich war 25, und sie war 26“, erzählt er via Handy auf dem Weg von Spanien nach Wien, und regt sich auch gleich auf: „Wie kommen denn alle dazu, dass Hannelore mit 76 Jahren gestorben ist? Sie ist 1940 geboren! Denn mir war es immer ein bisschen peinlich, dass sie ein Jahr älter war.“ Nun, mit dem Alter haben schon viele Diven getrickst, allen voran Marlene Dietrich. Aber was einmal im Internet auf Wikipedia festgeschrieben steht, gilt heute schon als Wahrheit. Graeter jedenfalls weiß es besser.

Vier Jahre lang haben die Elsner und der Graeter in Giesing in einer Dachterrassenwohnung gegenüber dem 60er-Stadion zusammengelebt. Hannelore Elsner stand gerade am Anfang als Schauspielerin – damals hatte sie noch kaum jemand gekannt –, und Michael Graeter pendelte zwischen Paris und München als Korrespondent. „Sie war sehr leidenschaftlich und eine gute Köchin!“ Und alles war glücklich und heiter bis zu jenem Tag im April 1970.

„Ich war einen Tag früher aus Paris zurückgekommen, da kam sie mir weinend in einem langen Chemise-Kleid entgegen und meinte, wir hätten Besuch. Da sagte ich: ,Du hast Besuch!’ Dann bin ich ohne ein weiteres Wort zu verlieren übers Dach gestiegen und gegangen. Für mich war das vom Gefühl her wie ein Todesfall, und wir haben nie mehr eine Berührung gehabt, nur zufällige Begegnungen“, erzählt Graeter.

Seine Anzüge, sein ganzes Hab und Gut, hat Graeter damals in der Wohnung zurückgelassen. Als Hannelore Elsner ihn anrief, was sie damit machen solle, riet er ihr, alles aus dem Fenster zu werfen. „Sie hat mir Hörner aufgesetzt, dass ich nicht mehr durchs Siegestor laufen konnte“, bekennt Graeter.

Die Hannelore hatte er 1966 auf einer Party in der Villa Stuck kennengelernt. Ein Bild für die Ewigkeit: „Ich sah ein Pucci-Kleid an einer Säule vorbeiflattern, dann habe ich ihre Bambi-Augen gesehen, und wir sind sofort in die Disziplin gegangen“, erinnert sich Graeter an die Femme fatale, die Hannelore Elsner eben auch war. Leidenschaftlich mit jeder Faser!  US

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