Schon wieder sind Touristen mit einem Auto in den Ausgang der U- und S-Bahn-Station Marienplatz an der Dienerstraße gefahren. Erst Anfang August hatte ein Pärchen aus Frankreich seinen Mercedes auf eben diese Treppe am Marienhof gelenkt (wir berichteten). Der Grund war in beiden Fällen gleich: Die Touristen hielten den U-Bahn-Abgang für die Zufahrt zu einer Tiefgarage. Dieses Mal schnappte die „Touristenfalle“ bei zwei Männern mittleren Alters aus China zu.
Der Vorfall gestern gegen 10.20 Uhr ließ einige Passanten staunen – unter ihnen war auch Oberbürgermeister Dieter Reiter, der auf dem Weg zu seinem Büro an der Unfallstelle vorbeikam. Glücklicherweise fuhren die beiden Männer mit ihrem gemieteten VW Tiguan nur auf die ersten beiden Stufen und rauschten daher nicht die Treppe hinab. Feuerwehr und Abschleppdienst eilten dem VW-Fahrer zu Hilfe. Zum Unfallzeitpunkt befand sich niemand auf der Treppe. Die beiden Chinesen hatten ihr Auto schon vor dem Eintreffen der Feuerwehr verlassen. Niemand wurde verletzt und auch der Mietwagen bekam nur ein paar Kratzer ab.
Wie kam es nun zu dem erneuten Missverständnis? Der Fahrer machte ein für ihn missverständliches Park-Schild an der Dienerstraße verantwortlich, das auf den Eingang deute. Wie Johannes Mayer, Sprecher des Kreisverwaltungsreferats (KVR), erklärt, handele es sich dabei aber um „ein Schild, das klar auf einen Behindertenstellplatz rechts am Fahrbahnrand hinweist.“ Da dies aber offenbar nicht jedem klar ist, zieht das KVR in Betracht, zur Sicherheit einen Pflanzkübel aufzustellen. Die Münchner Verkehrsgesellschaft hat zudem gestern veranlasst, dass der U-Bahn-Abgang wieder klar durch ein Schild als solcher gekennzeichnet wird. Dies ist aktuell wegen der Bauarbeiten dort nicht der Fall. LAURA FELBINGER