Zum Artikel „28000 Mühldorfer bis 2030?“ (Lokalteil):
Wenn man bedenkt, dass sich die Einwohnerzahl der Stadt in den letzten 30 bis 40 Jahren fast verdoppelt hat und mit 8000 Neubürgern nun noch einmal 40 Prozent in nur zehn Jahren dazukommen sollen, kann man davon ausgehen, dass das Wachstum der Stadt inzwischen über den Kopf gewachsen ist. Viele Fragen werfen sich auf: Wie viele Neubürger kommen in den nächsten Jahren in den bestehenden und bereits ausgewiesenen oder beschlossenen Baugebieten, die jetzt noch nicht bebaut und bewohnt sind, sowieso noch dazu? Reicht für den Bestand und diese Neubürger die Infrastruktur aus? Sollte man nicht die Kapazitäten für eine mögliche und verträgliche Nachverdichtung in den bestehenden Wohnvierteln und im Altstadtbereich ausschöpfen, um Wohnraum zu schaffen? Ist es nicht ein Kampf gegen Windmühlen, wenn man den Individualverkehr aufs Fahrrad oder nicht existente öffentliche Verkehrsmittel umlegen möchte? Nichtsdestotrotz sollte der öffentliche Nahverkehr ausgebaut werden und das Fahrradnetz verdichtet werden, um für mehr Sicherheit für die Radfahrer zu sorgen, aber damit das Verkehrsproblem zu lösen ist eher unwahrscheinlich.
Abschließend ist anzumerken, dass viele öffentliche Einrichtungen in der Zukunft andere Standorte benötigen beziehungsweise modernisiert und erweitert werden müssen. Diese Notwendigkeit ist vorrangig vor einer weiteren Erschließung von Baugebieten zu behandeln. Es macht keinen Sinn den Erfordernissen ständig hinterherzurennen oder ein Flickwerk aus Notlösungen zu errichten! Es soll nicht das Ziel sein, Entwicklungen zu bremsen und zu verzögern, uns allen sollte jedoch ein gesundes Wachstum mehr am Herzen liegen, als mit Superlativen neue Probleme zu schaffen. Ich denke, dass das vielen der „noch 20000“ Einwohnern Mühldorfs wichtig ist.
Monika Haneder
Mühldorf