Für grundlastfähige Stromversorgung von Dänemark lernen

von Redaktion

Zum Artikel „Strom für 25000 Haushalte: Auch Landkreis Traunstein plant jetzt größeren Windpark“ (Regionalteil):

Die Chiemgau GmbH plant bis zu sieben Windräder und dazu Photovoltaikanlagen. So weit so gut. Wir wissen aber, dass bei viel Wind und Sonne zu viel Strom im Netz ist und umgekehrt zu wenig. Das führt zu unnötigen Abschaltungen. Besser wäre es, bei den ersten Schritten auf grundlastfähige Systeme zu setzen. Noch besser sind Systeme, die genau dann Strom liefern, wenn zu wenig Strom im Netz ist. Diese Systeme gibt es. Hier verweise ich auf das dänische Modell im Bereich Biogas.

Wir wissen alle, dass Methan 20- bis 25-mal schädlicher ist als CO2. In unserer Region haben wir über 80 Prozent Schwemmmist aus der Landwirtschaft (Rinderzucht), das ohne Methangasentzug auf die Felder ausgebracht wird. In Dänemark wird dieser Schwemmmist mit Tanklastzügen von den Landwirten abgeholt und zur Biogasanlage gefahren. Dann wird das Methangas entzogen, es entsteht Biogas. Dieses Gas kann variabel zur Stromerzeugung über Blockheizkraftwerke verwendet werden. Zudem ist eine Fernwärmeversorgung über das gleiche System möglich. Im Sommer, wenn keine Heizung notwendig ist, wird das Gas in die Erdgasleitung eingespeist und die Speicher werden gefüllt. Dieses System kann also immer dann Strom liefern und funktioniert genauso bei der Nahwärmeversorgung. Extrem wichtig ist die Klimaaussage. Es wird 20-mal mehr CO2 entzogen (Methanverhältnis zu CO2) als bei der Verbrennung erzeugt wird. Des Weiteren erhalten die Landwirte sehr guten Schwemmmist (Dünger) zurück – komplett gasfrei. In Dänemark bekommen die Landwirte etwa 6000 Euro für die Bereitstellung des Schwemmmistes. Ein weiterer Vorteil ist, dass Heizungen die aktuell mit Erdgas betrieben werden, nicht umgebaut oder erneuert werden müssen.

Johann Waldherr

Traunstein

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