Überall Blockierer – Wo sind die Macher?

von Redaktion

Zu den Berichten „Schwarzbau mit Tradition: Droht dem Waldbad Waldkraiburg das endgültige Aus?“ und „Wie ein Vater für die Stadt“ (Regionalteil):

Ich kam immer mehr ins Staunen, was der vor 40 Jahren verstorbene Bürgermeister von Waldkraiburg, Dr. Josef Kriegisch, für diese Stadt geleistet hat: den Bau von drei der vier Grundschulen, des Waldbads, des Hauses des Buches, des Kindergartens Maria Schutz, der Förderschule, der Hauptschule an der Liszt-Straße und, und, und. Wenn man das heutige Hin- und Hergezerre der gesamten Politik erlebt, die kaum mehr was zustande bringt, fragt man sich schon, was sich so gravierend verändert hat. Haben wir – landesweit gesehen – keine kreativen Macher mehr? Verstecken sich die Amtsträger hinter der überbordenden Bürokratie, gehen lieber auf Nummer sicher und packen erst gar nicht mehr so recht an? Verschwenden wir die Rekord-Steuereinnahmen an der falschen Stelle?

Die größte Überraschung: Herr Kriegisch hinterließ trotz der vielen Baumaßnahmen eine schuldenfreie Stadt und sogar 40 Millionen an Rücklagen! Heute ist Waldkraiburg so gut wie pleite – wie viele andere Kommunen auch. Wie war diese Entwicklung möglich?

Anni Geuge

Waldkraiburg

Als Bürger der Stadt fragt man sich schon lange, warum sich wenig in der Stadt bewegt. Gut, dass es finanzielle Probleme nicht nur in unserer Gemeinde gibt, ist bekannt, aber das Thema Waldbad zeigt aktuell ein noch deutlicheres Problem auf und dieses heißt „Misstrauen“. Da will man das Gelände vom Waldbad davor schützen, das es als Badegelände erhalten bleibt und nicht durch andere Umstände umfunktioniert werden kann und plötzlich stimmt im Stadtrat genau die Fraktion dagegen, die sich jahrelang gegen eine Verlegung gewehrt hat? Und wenn man sich dann auch noch die Begründung ansieht, kann ich als Bürger nur den Kopf schütteln. Es gibt keine Kompromisse mehr, es wirkt, als sei man einfach dagegen, was die „Anderen“ sagen und genau auf diese Art hat man die letzten Jahre alles blockiert, was eine Entwicklung für Waldkraiburg bedeutet hätte.

Man gewinnt den Eindruck, dass es keinen gemeinsamen Weg „zum Wohle der Stadt“ mehr gibt, weil jeder nur noch mit dem Kopf durch die Wand will und seinem Gegenüber in keiner Weise mehr Vertrauen entgegenbringt. Nur, so funktioniert halt Demokratie leider nicht. Ich hoffe und wünsche mir als parteipolitisch neutraler Bürger, dass man, trotz unterschiedlicher Meinung, dieses Mal die demokratische Entscheidung auch akzeptiert und nicht bei nächster Gelegenheit wieder auf den Kopf gestellt oder blockiert wird. Denn genau so ein Verhalten würde die Politikverdrossenheit der Bürger nur noch mehr fördern.

Hartmuth Lang

Waldkraiburg

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