Amerang – Comedy mit Witz und Verstand bot das Gastspiel der Bairischen Komödie Wasserburg in Amerang. Zwischen Bierdunst und Begierden sorgten in „Schwoamas owi“ grantelnde Stammtischbrüder, Wirtshausphilosophen und eine resolute Kellnerin für einen gelungenen Unterhaltungsabend.
Eigentlich ist Jörg Herweghs neue Inszenierung für das Freilufttheater im Biergarten gedacht. Kälte und Regen hatten jedoch die Akteure Constanze Baruschke, Steps Lossin und Herwegh selbst gezwungen, „Schwoamas owi“ in der Gaststube zu spielen, was dem Unterhaltungswert des kurzweiligen Episodenstückes aber keinen Abbruch tat.
Was passiert, wenn sich ein Preuße, gespielt von Jörg Herwegh, aufmacht, um einen Reiseführer über „sein geliebtes Bayern“ zu schreiben, zeigte gleich der erste Sketch. Mit viel Sprachwitz führten Constanze Baruschke als Kellnerin Resi und Steps Lossin als Flori vor, dass der bayerische Dialekt durchaus seine Tücken hat. Da kommt es dann schon mal vor, dass Wörter, die ein vornehmer Bayer nicht in den Mund nehmen würde, als topografische Namen in ein Buch finden, weil deren Bedeutung der Autor aus dem Norden nicht verstanden hat. Überhaupt spielten der bayerische Sprachduktus und das Spiel mit anderen Dialekten wie beispielsweise dem Sächsischen eine große Rolle. So entstanden immer wieder köstliche Szenen, die an geplanter wie spontaner Situationskomik kaum zu überbieten waren.
Constanze Baruschke erfüllte ihre Rolle als Bedienung Resi, Rosi oder Zenzi mit Hingabe und Sympathie. Die beiden Bierdimpfel Flori und Karli hingegen hatten unter dem weiblichen Wirtshausdragoner und seinem ruppigen Service eher nichts zu lachen. Und auch sonst gab es bei den beiden wenig Grund zur Freude. Denn als eingefleischte Löwen-Fans mussten sie mit großer Betroffenheit zur Kenntnis nehmen, dass ihr geliebter TSV 1860 gerade sein Auswärtsspiel gegen die Buchbacher Kicker verloren hat.
Es ging überaus lustig und bisweilen ein wenig derb zu in dieser Wirtshaussatire. Die schauspielerischen Leistungen der drei Akteure in ihren Mehrfachrollen waren beeindruckend und hatten Volksschauspielerqualität. Zugegeben, bei so viel Bierdunst drängt sich der Gedanke auf, die bayerische Kultur sei im Wesentlichen auf Alkohol gebaut. Doch Theater soll nicht nur mahnen oder belehren; es darf auch unterhalten. Und das ist mit „Schwoamas owi“ in jedem Fall gelungen.