Interview

„Eine positive Atmosphäre“

von Redaktion

Mühldorf – Nach dem Akademiekonzert hat die Heimatzeitung mit Frithjof-Martin Grabner gesprochen. Der Professor für Kontrabass an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ hat mit der diesjährigen 15. Mühldorfer Sommerakademie die Künstlerische Leitung neu übernommen.

Was unterscheidet die Mühldorfer Sommerakademie von anderen Meisterkursen?

Das ist die Gastfreundschaft in der Stadt! Das ist eine sehr persönliche Art der Aufnahme. Denn das gibt es nirgendwo sonst, dass so viele Jugendlichen – nämlich 28 der 34 Teilnehmer aus 14 Nationen – privat untergebracht werden. Manche Familien nehmen sogar drei Studierende bei sich auf. Die Gasteltern kommen auch zu unseren Konzerten. Auch vonseiten der Stadt Mühldorf werden wir großartig aufgenommen und unterstützt: Wir können für die Kurse und Proben die Räumlichkeiten der Musikschule nutzen, im Stadtsaal auftreten. Wir Professoren können uns so ganz auf die Arbeit mit den Jugendlichen konzentrieren – manchmal zwölf Stunden am Tag. Was uns die Jugendlichen zurückgeben, ist großartig.

Was war aus Ihrer Sicht das Besondere an dieser 15. Mühldorfer Sommerakademie?

Die positive Atmosphäre – das kann man nicht von vornherein wissen. Schließlich gab es einige personelle Wechsel, unter anderem eine neue Geigen-Professorin. Auch haben wir diesmal für jede Klasse eine Korrepetitorin, also eine Klavierbegleitung. Da weiß man nicht von vornherein, wie gut die Chemie sein wird. Aber es gab überhaupt keine Schwierigkeiten. Das ist nicht immer so.

Gibt es etwas, das man an der Mühldorfer Sommerakademie verbessern könnte?

Ich bin mit dem Verlauf so zufrieden, mir fällt ehrlich gesagt nichts ein.

Während des Konzertes im Mühldorfer Stadtsaal gab es Momente, in denen manche Zuhörer durchaus spontan zwischendurch applaudieren hätten wollen – wie bei einem Rockkonzert. Darf man das überhaupt?

Ja, das darf man. Das machen wir nur heute nicht mehr so. Zu Vivaldis Zeiten waren solche spontanen Bekundungen durchaus üblich. Heute würden die Leute neben einem seltsam gucken. Die Musiker würde das oft gar nicht stören. Aber es gibt natürlich auch Stücke, in denen Stille sehr wichtig ist, weil sie Spannung erzeugt.

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