Hörgenuss von „herent und drent“

von Redaktion

Monika Drasch gratulierte mit einem mitreißenden Konzert zu zehn Jahren Kulturhof Mettenheim

Mettenheim – Schöner als mit dem Monika Drasch Quartett hätte der Auftakt zum zehnjährigen Jubiläum des Kulturhofs nicht beginnen können. Ein Jubiläum bietet immer die Gelegenheit, auf Vergangenes zurückzublicken, Bilanz zu ziehen, über festgefahrene Vorstellungen hinauszugehen und daraus wieder neuen Raum für die Zukunft zu entwickeln. Ganz im Sinne von Monika Drasch (Gesang, Geige, Flöte, Dudelsack), die in ihrem aktuellen Programm „Auf der böhmischen Grenz“ vieles über neue Perspektiven, Veränderungen und Grenzüberschreitungen zu sagen, vielmehr zu singen hatte.

Im Programm verarbeitet Drasch „alte“, überlieferte Texte und Melodien „vo herent und drent“, genauer gesagt aus dem Bayerischen Wald und dem Böhmerwald, mit zeitgenössischen, aus eigener Feder stammenden Liedern. Die Grenzen sind fließend und so verpacken Drasch, ihr kongenialer Komponist Thomas Schwaiger und brillante Musikerkollegen das Ganze in ein ebenso emotionales wie uriges Klangerlebnis, das mehr als unter die Haut geht.

Traditionelle Stücke wie „Da böhmisch‘ Wind“, „Aba entahoi der Donau“ oder „Ari’n“ (niederbayerische Jodler) unterhalten dabei genauso wie neue, etwa „Nix is gwiss“, „Hast oiwei gsagt“ oder der „Dudlhupf“, bei dem die routinierte Frontfrau schon mal zum Dudelsack greift. Das Publikum erlebt einen musikalischen Grenzgang, einen ständigen Wechsel von klassischer Kammer- und Volksmusik, Jazz und Heimatsound. Auch die glasklare, gleichzeitig kraftvolle Gesangsstimme von Monika Drasch moduliert dabei laufend von der Natur- zur klassischen Stimme beziehungsweise vom Jodler zum flüsternden Sprechgesang.

Diese einzigartige, ständig erweiterbare Musik live auf die Bühne zu bringen, stellt selbst für Spitzenmusiker wie Norbert Nagel (Klarinetten, Saxofon), Christian Gruber (Gitarre) und Marco Kühnl (Kontrabass) eine Herausforderung dar. Immerhin bilden sie als Begleitband die unterstützende Basis und bieten der sympathischen Vollblutmusikerin freie Entfaltungsmöglichkeit in unterschiedlichen Musikrichtungen. Das überzeugt und zieht die Zuschauer in den Bann.

Der Bairisch Diatonische Jodelwahnsinn, Hubert von Goisern oder Kofelgschroa brodeln nur noch im Untergrund. Das ist Vergangenheit, davon wurde die gebürtige Hengersbergerin geprägt. Geblieben sind die rot gefärbten Haare, grüne Geige und die unbändige Musikleidenschaft, die sie auf dem Podium, zusammen mit den exzellenten Musikern, in vollen Zügen auslebt.

Mit dem Lied „Und i möcht grad mei Ruah“, einem bayrisch-böhmischen Grenz-Landler und „A richtig scheena Tag“ stellte sie dies unter Beweis und krönte den Abend nicht nur mit gemeinsam gesungenen „Arien“, sondern auch mit einem extra für Mettenheim komponierten Jubiläumslied.

Tosender Applaus und drei Zugaben bildeten den Abschluss eines unvergleichlichen Abends – im Jubiläums-Kulturhof.

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