Waldkraiburg – „Der Pantoffel-Panther“ im Haus der Kultur: Jochen Busse & Co. servierten in der Komödie von Lars Albaum und Dietmar Jacobs sowohl derbe und anspielungssatte Sprüche als auch feinen Wortwitz, Verwicklungen und Verwechslungen, die nicht nur die Charaktere im Stück schier verzweifeln lassen. Auch das Publikum wand sich mit dem bemitleidenswerten Protagonisten, für den es schlechter fast gar nicht laufen kann. Am Ende stand aber – natürlich – die Auflösung aller Rätsel und auch eine schöne Botschaft.
Schon in der ersten Szene wird der Grundstein für eines der wortreichsten Verwechslungsspiele im Stück gelegt. Der Dekorateur Milan besucht heimlich Hasso Krauses Frau, die ihren Mann zum Ruhestand mit einer neuen Wohnungseinrichtung überraschen möchte. Doch Milan hat den passenden Stoff nicht dabei. Den können sich Krauses auch gar nicht leisten – denn Hasso ist pleite und hat es seiner Frau verschwiegen. Während die sich neue Kleider und Champagner kauft, versucht Hasso, das irgendwie hinzubekommen – wie passend, dass ein Mafiosi ihn mit dem Profikiller „Panther“ verwechselt und ihm für einen letzten Auftrag zwei Millionen Euro anbietet. Nun muss das Geld nur noch abgegriffen werden, ohne sich oder andere zu verletzen. Mit seinem Nachbarn und Freund Rüdiger beschließt Hasso, das „Mammut“ zu sich nach Hause zu locken, indem sie bei ihm Drogen bestellen. Als Dekorateur Milan mit dem „Stoff“ zurückkommt, nimmt das Chaos seinen Lauf.
Die aktuellen Bezüge und die auf die jeweilige Stadt zugeschnittenen Pointen holten die Zuschauer ab und bezogen sie direkt mit ein. Als Hassos Frau erzählt, sie hätte sich nicht zwischen zwei neuen Kleidern entscheiden können und was er wohl meint, welches sie gekauft hätte, schallte es aus den ersten Reihen: „Beide!“ Da verliert sogar Jochen Busse spielend die Fassung: „Was meinen Sie eigentlich, wie schwierig es ist, sich mit 76 Jahren von Autoren vorgefasste Texte zu merken? Und dann will man diese in der Stadt, in der Peter Maffay groß geworden… korrigiere: in der Peter Maffay aufgewachsen ist, einem versierten Publikum auch präsentieren! Und nicht vorgesagt bekommen!“ Busses trockene Art macht solche Scherze natürlich doppelt lustig. Aber auch das intensive Spiel von Andreas Windhuis als Rüdiger, dem Psychologen mit Trauma, oder die schrille, liebenswerte Performance von Billie Zöckler als Hannelore Krause waren sehenswert und gaben dem Stück eine schrullige, individuelle Note voller Witz und Hintergrund.