„Inseln, die Kraft geben“

von Redaktion

Die Bergmusik von Alfons Hasenknopf bewegt mit persönlichen Texten und satten Klangteppichen

Mühldorf – Dass Alfons Hasenknopf sich selbst auf die Bühne bringt, ist in der heute durchchoreografierten Hochglanzmusikwelt längst nicht selbstverständlich. Dass er es tut, zieht das Publikum aber auf ganz besondere Weise in seinen Bann. Der mit 250 Besuchern ausverkaufte Haberkasten ließ sich am Samstag das lustige, emotionale Wohlfühlprogramm geradewegs durchs Herz gehen. Denn das eine ist seine heimatverbundene Musik, die von der Natur, von Bergmenschen oder dem Sommerwind erzählt, die nach Gewitter, Vogelgezwitscher und dem Echo an Steilwänden klingt. Das andere sind seine Geschichten: persönlich, eindringlich und auffordernd. Die Besucher zieht es jedenfalls direkt hinein in die Welt der jungen bayerischen Alpenklänge.

Jodeln – vermeintlich altbacken, manchmal sogar mit einem abfälligen Unterton gebraucht, kommt bei Alfons sanft, aus dem Bauch heraus und mit viel Hall, sodass er es wirklich ins tiefe Tal hineinzurufen scheint. Zum „Hoamkemma Jodler“ berichtet er kurz von seinen Jodel-Workshops, wo die Leute hinkommen und das zuerst albern fänden, dann aber merkten: „Es gibt nix, des so tief geht wie des Jodeln. Jodeln is machtig!“ Und so klingt es bei Alfons auch, wenn er seine Volksmusik mit satten Klangteppichen unterlegt, die mal an irische und schottische Folkmusik erinnern, mal an die mystischen Klänge des New Age, oder auch mal an sonnendurchfluteten Reggae.

Gemeinsam ist den Liedern: sie sind philosophisch, persönlich, positiv: „Da schenste Moment is imma Jetzt“, erklärt der Musiker sein Lebensmotto, das er auch den Besuchern ans Herz legen möchte. Bei „Mia san oans“ ist es ihm wichtig, dass alle sich miteinander verbinden und das Lied gemeinsam singen. Oder: „Die Dinge, die dich glücklich machen, sind die Inseln, die dir Kraft geben.“

Dass es den drei Musikern daneben einfach Spaß macht, auf der Bühne zu stehen und die Besucher mit Herzlichkeit mitzunehmen, zeigt auch Keyboarderin Steffi Rösch („s’Röscherl“), die zwei Wochen vor der Geburt ihres dritten Kindes noch auf der Bühne steht. „Ich mache mit, solange es geht, natürlich!“ Ob sie den Auftritt am errechneten Termin in Augsburg noch komplett mitmachen kann, weiß natürlich keiner.

Mit Schlagzeuger Michael Leitinger bilden die drei ein Trio, das sichtlich gut gelaunt spielt und nicht auf den Mund gefallen ist – die Frotzeleien sind keine eingeübten Sprüche, sondern echte Sympathie und fallen jeden Abend aus der Situation heraus anders. Ein bisschen Lampenfieber ist vor dem Auftritt aber immer dabei. „Sonst braucht ma nimmer auf die Bühne gehen“, sagt Alfons.

Wie war’s?

Birgit Barber: „Es war sehr schön, wirklich was zum Nachdenken; mir ist heute Abend auch aufgefallen, dass das Publikum ziemlich gut gemischt ist, das ist was für Jung und Alt.“

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