Jazz in barocker Kapelle

von Redaktion

Bezaubernde Klänge des Duos Amina und John bei der Schweppermann-Serenade in Wimpasing

Ampfing – Das, was die rund 40 Zuhörer im barocken Glanz der Schweppermann-Kapelle erlebten, hatte mit der bisher gewohnten Musik bei den herbstlichen Serenaden, die der rührige Kommunale Kulturkreis der Gemeinde Ampfing seit Jahren ausrichtet, wenig gemein. Die Organisatoren hatten heuer anstelle der klassischen Musik Blues, Soul und Jazz mit dem Duo Amina und John auf das Programm gesetzt. Eine mutige Entscheidung, die mit einem außergewöhnlichen Konzerterlebnis belohnt wurde. Den besonderen Raum wusste die in München geborene, erst 28-jährige zierliche Amina Thiombane als Sängerin ungarisch-senegalesischer Abstammung mit ihrer unglaublich voluminösen Stimme zu füllen: von der rauchigen Tiefe bis zum hohen klaren Sopran. An ihrer Seite fühlte sich der englische Gitarrenvirtuose John Brunton musikalisch bis aufs i-Tüpfelchen in den Gesang und den Rhythmus hinein und glänzte obendrein noch mit Soloeinlagen. Beide zusammen agierten mit sichtlicher Begeisterung vor dem Hintergrund des reich verzierten Barockaltars und lösten sogar diesen scheinbaren Gegensatz auf. Denn immerhin fanden sich in dem über 20 Titel umfassenden Abendprogramm des Künstlerduos gleich mehrere Songs, die inhaltlich Berührungspunkte mit der christlichen Botschaft aufwiesen – wie etwa in Miriam Makebas Songtext von „Little Boy“ oder in Aretha Franklins „It ain’t necessarily so“.

Sehr innig geriet auch die Interpretation der weltberühmten Arie „Summertime“ aus Georg Gershwins Jazzoper „Porgy and Bess“ – ebenso wie Cole Porters‘ „My heart belongs to Daddy“, Ray Charles‘ Jazz-Standard „Georgia and my mind“ und nicht zuletzt Oscar Browns‘ „Brown Baby“.

Begeistert zeigten sich die Konzertbesucher besonders von der gefühlvollen Version des bekannten Soultitels „Sunny“ von Bobby Hepp aus dem Jahre 1966. Darüber hinaus dehnten die beiden sympathischen Künstler ihre musikalische Reise bis zur Popmusik aus. So nutzten sie den ursprünglich von Nancy Sinatra stammenden und später von Cher veröffentlichten Titel „Bang, bang“, um weitere Facetten ihrer großen Bandbreite zu zeigen.

Das Publikum dankte es und erklatschte zwei Zugaben. Der eindrucksvolle Gesang, der mit den filigranen Gitarrenklängen bestens harmonierte, wird den Konzertbesuchern bestimmt in bester Erinnerung bleiben. Als etwas Besonderes.

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