Über Jahre verbunden

von Redaktion

Pianistin Jutta Müller Vornehm und Florian Meierott gestalten im Töginger Carl-Orff-Saal einen Violinabend der Extraklasse

Töging – Dem Publikum der Kammerkonzerte sind Florian Meierott, Violine, und die Pianistin Jutta Müller Vornehm gut bekannt. Schon mehrfach haben sie mit ihren Konzerten die Zuhörer im Carl-Orff-Saal begeistert. Die spürbare Verbundenheit und ihr langjähriges Zusammenspiel machten auch ihr Konzert am Samstagabendwieder zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Mit der A-Dur Sonate D 572 von Franz Schubert begann der Abend bereits vielversprechend. Florian Meierott wusste das „Andantino“ mit seinen liedhaften Melodien und ausgeprägter Innigkeit schön zu gestalten. Von Jutta Müller Vornehm mit feinstem Klavieranschlag begleitet, begeisterten die Musiker das Publikum in den lebhaften Sätzen mit ungezügelter Spielfreude.

Einen starken Kontrast bildete anschließend die „Teufelstrillersonate“ von Giuseppe Tartini. Florian Meierott trug die von ausdrucksvollen Melodien getragenen langsamen Sätze mit edlem Ton vor. In der abschließenden Kadenz erhielt er in besonderer Weise Gelegenheit, sich als Virtuose mit Temperament und Gestaltungskraft zu profilieren.

Es folgte Paganinis Bravourstück „Introduzione e variazioni sul tema ‚Nel cor piu non mi sento‘“ für Violine Solo. Florian Meierott wurde in dem mit allen Finessen gespickten Werk den zahlreichen virtuosen Passagen voll und ganz gerecht.

Anschließend zeigte sich Jutta Müller Vornehm als äußerst versierte Pianistin, indem sie Schuberts „Ungarische Melodie“ mit ihrem von punktiertem Rhythmus geprägten Allegretto-Satz eine persönliche Note verlieh.

Weiterer Glanzpunkt waren die „Zigeunerweisen“ von Pablo de Sarasate, in denen der Geiger mit sichtbarer Spielfreude und gestalterischer Sicherheit brillierte.

In den „Rumänischen Tänzen“ von Béla Bartók ließen die beiden Künstler den klanglichen Reichtum und die Vielfalt des rumänischen Dorflebens im Konzertsaal lebendig werden, ehe Florian Meierott mit „Waldesrauschen“ von Herma Studeny erneut glänzte.

Der Abend klang mit der Konzertrhapsodie „Tzigan“ von Maurice Ravel aus. Florian Meierott brachte dabei den satten Klang der G-Saite zum Klingen und zeigte in den weiteren Solopassagen die Ausdrucksvielfalt der Violine. Mit ausgefeilter Technik war Jutta Müller Vornehm eine gleichrangige Partnerin, sodass gemeinsam eine rhythmisch zündende Interpretation gelang.

Die Zuhörer dankten mit lang anhaltendem Applaus und entließen das Duo erst nach vier Zugaben.

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