Konzert

Pures Louisiana-Feeling

von Redaktion

Große Begeisterung beim Cajun, Blues & Zydeco Festival im Waldkraiburger Haus der Kultur

Wenn es im Herbst draußen ungemütlich wird, dann zieht eine Musikerkarawane durch Deutschland und bringt mit heißen Klängen aus dem Südosten der USA für mehr als drei Stunden Lebensfreude in die Konzertsäle. Das American Cajun, Blues & Zydeco Festival gastierte am vergangenen Montag einmal mehr im Haus der Kultur in Waldkraiburg. Cajun und Zydeco, die Musik der französischen Bevölkerung von Louisiana und eine gehörige Packung Blues begeisterten wieder die Fans im prall gefüllten kleinen Saal des Hauses.

Die kleine Europäische Gemeinschaft der Cajun Roosters, fünf Musiker aus Deutschland, Frankreich, Belgien, England und Schottland sind in Person von Bassist Michael Bentele die Organisatoren des Festivals und eröffneten wie immer mit authentischem Louisianasound die Show.

Angeführt von Bandleader Chris Hall am Akkordeon, Gitarristin und Sängerin Hazel Scott, David Buyle an der Fiddle, Antoine Féve am Schlagzeug und Michael Bentele entführte das Quintett die Zuhörer in die Scheunen und Hinterhöfe der Farmen, wo nach getaner Arbeit gesellig dieser Musik gefrönt wurde.

Dabei setzten sie das Lebensmotto „laissez les bon temps rouler“, „Lass die guten Zeiten rollen“ perfekt für das Publikum um. Fiddle- und Akkordeonsoli, dazu die einprägsame Stimme von Hazel Scott, mal mädchenhaft zart, dann wieder eher „schmutzig“, sorgten im ersten Teil für grandiose Stimmung im Raum.

Teil zwei wurde dann laut und mächtig. Papa Mali und seine Blues Connection aus New Orleans brachten die Wände des Saales zum beben. Begleitet von Sacha Ruffieux am Bass und Marcello Benetti am Schlagzeug zog er alle Klangregister die seine Gitarre hergab. Der meisterhaft gespielte Mix aus Blues- und Rockrhythmen riss die Fans förmlich von den Sitzen. Nicht umsonst wurde das 2015 veröffentlichte Album „Music is Love“ zum „Roots Rock Album of the Year“ gekürt.

Dabei stellt sich Mali nicht in den Vordergrund, Ruffieux’s harter Bass war bis in die letzten Reihen im Bauch zu spüren und Benetti glänzte mit einem langen hervorragenden Drumsolo. Für einen Höhepunkt sorgte der Song „Go Down Water“, gewidmet den Flutopfern der furchtbaren Hurrikans der vergangenen Jahre. Dafür holte er sich Yvette Landry und Gitarrist Roddie Romero als Verstärkung auf die Bühne. Rundherum ein gelungener Auftritt des 60-Jährigen und seiner Band.

Ein Trio mit zahlreichen Grammynominierungen bestritt den dritten Teil des Abends. Yvette Landry & Friends, in Persona Gitarrist und Akkordeonspieler Roddie Romero sowie Beau Thomas an der Fiddle erfreuten die Zuhörer mit einem bunten Reigen aus Louisiana Honky-Tonk, Countrymusic und Zydeco. Seit der Veröffentlichung ihres preisgekrönten Debütalbums „Should Have Known Better“ gehört Yvette Landry zu den festen Größen im Business und ist gern gesehener Gast bei Festivals allerorts.

So auch in Waldkraiburg, wo sie sich mit ihren Freunden in die Herzen des Publikums sang und spielte. Ein besonderes Schmankerl war ihr Duett mit Roddie, der Song „I’m Leaving it up to You“, dem Bonustrack ihres Albums „Me & T-Coes Country“. Yvette Landry aus Breaux Bridge in Louisiana hinterließ einen bleibenden Eindruck, man könnte sich gut vorstellen, sie auf Solotour zu erleben.

Den Abschluss des Abends bildete eine Session mit allen Musikern. Die drei Bands wurden kurz vor Mitternacht mit Standing Ovations verabschiedet. Nicht vergessen darf der Hinweis werden, der nächste Termin für das Festivals steht bereits fest. Am 30. Oktober 2018 gibt es wieder Cajun, Blues & Zydeco im Haus der Kultur.

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