Der bayerische Filmemacher Joseph Vilsmaier besuchte die Vorführung seiner neuen Dokumentation „Bayern – sagenhaft“ im Waldkraiburger Kino. Enzianernte, Starkbierbrauen, Wallfahrten: Der Film zeigt ein ganzes bayerisches Jahr voller Bräuche, Feste und Traditionen, streift aber auch Themen wie Hochleistungsmedizin und Circus Krone. In dem Film übernimmt Kabarettistin Monika Gruber die Moderation.
Ihr Film zeigt zahlreiche Bräuche, aber auch bayerische Besonderheiten wie den Nepalpark. Wie sind Sie bei der Vorauswahl vorgegangen?
Man kann nicht auf alles und jeden eingehen und wie mir viele Kinobesucher bestätigt haben, kennt man auch vieles einfach nicht, wie etwa den Nepalpark in Wisent. Ich habe davon erfahren, weil ich mit Haindling befreundet bin und der mich darauf aufmerksam gemacht hat. Auch das Wolfsauslassen von Rinchnach, bei dem die Dörfler mit Glocken und Trommeln mit einem ohrenbetäubenden Lärm längst ausgestorbene Wölfe vertreiben, habe ich vorher nicht so gekannt. Oder etwa die Prozession auf dem See, wo die Leute in Trachten in den Booten sitzen. Das ist Bayern, das ist einfach einmalig.
Ich habe den Film ja selbst finanziert, so konnte mir bei der Auswahl keiner reinreden.
Szenen für den Film haben Sie aber im Landkreis Mühldorf nicht gedreht?
Nein, wobei man sicherlich auch hier fündig werden könnte. Aber ich war schon oft im Waldkraiburger-Kino, etwa mit Herbstmilch und den Comedian Harmonists.
Sie haben stets betont, es ist kein politischer Film. Aber können Sie etwa mit Blick auf die Wölfe, die es ja wieder in Bayern gibt, und dem Wolfsaustreiben in Rinchnach, das so unkommentiert lassen?
Natur und Mensch muss man in Einklang bringen. Wölfe sind tolle Tiere, ich hätte vom Wolf keine Angst. Aber wie gesagt, es ist kein sozialkritischer Film. In dem Film geht es nicht darum, aufzuzeigen, was in Bayern nicht so gut ist. Ich habe selber vieles gesehen, was schlecht läuft. Wenn man das zeigen will, muss man einen anderen Film machen. Ich wollte einen Film, bei dem die Leute optimistisch sind, wenn sie aus dem Kino gehen – nichts anderes habe ich vorgehabt. Sie sollen Freude an dem Film haben.
In dem Film sieht man vor allem Kirche, Brauchtum, Trachten.
Die Monika Gruber sagt das ja auch in dem Film, „die Leute meinen, die Bayern laufen den ganzen Tag in den Trachten rum“. Aber wenn Feste san, wie in dem Film, dann ziehen die Leute natürlich auch nichts anderes an. Ich finde Brauchtum und Traditionen ganz wichtig. Ich finde es ganz toll, dass es so viele Menschen gibt, die ihre Traditionen noch pflegen.