Mühldorf – Gute Laune und wortwitzige, heitere Texte: Die Berliner Band „Tonträger“, die am Samstagabend im Haberkasten auftrat, war genau die richtige Antwort auf den tristen, grauen Nieselregen. Mit ihren lockeren, fluffig-leichten Texten sangen sie die Lustlosigkeit, die dieser kaltnasse Novembertag bis dahin verbreitet hatte, einfach beiseite.
Die Band besteht aus Johannes Wolff, Frontsänger mit wunderbarem Klavierspiel, Jonathan Richter, ebenfalls Frontsänger und Bassgitarrist, Lennart Schilgen an der Gitarre und Experte für Schmachtfetzen sowie Daniel Bombei am Schlagzeug.
Vor über zehn Jahren haben sich die vier als Beatles-Coverband zusammengefunden, wie Frontmann Johannes Wolff erzählte. Geblieben sind von dieser Idee aber nur die Klamotten: Brave Kombinationen aus eng-schwarz-grauen Kombinationen. Von einer reinen Coverband haben sich die Jungs zum Glück längst verabschiedet und sich für Musikkabarett entschieden.
In vielen Eigenkompositionen klingt die Liebe zur Musik der 1960er und 70er durch. Sie haben Beatles, Bob Dylan, aber auch Metal, Disco bis hin zu Indie und Abstecher zum Schlager im Programm. Mit jedem Song wechseln sie zwischen den Genres, am Ende ist es ein bunter, abwechslungsreicher Reigen.
In einem hingehauchten Schmachtfetzen erzählt etwa Lennart Schilgen über das Dasein als „Shouter“ in einer Black Metal Band. In „Gute Reise“, einer Parodie auf einen Schlager, schicken sie einen Koffer um die Welt.
Die Titel stammen aus ihrem aktuellen Programm „Leiser Lärm“. Während der Sound schön satt und rockig ist, mal mit viel Schmackes gespielt, dann wieder nur hingehaucht, kommt es in den klug gereimten Texten meist anders als man denkt. „Ich hab‘ heute so viel vor“ (Musik) „mir hergeschoben“ oder „Uns trennt nur ein Zentimeter, ein Zentimeter“ (Musik) „Make-up“ stehen für den typischen „Tonträger“-Humor.
Als Zugabe gab es nach zwei Stunden das „Entschlossenheitslied“ über die Verzagten dieser Erde – eine Hymne an den Wankelmut. Am Ende bedankte sich die Band für die stehenden Ovationen. Die hatten sie zur Vorbereitung auf ihren letzten Song „Kopfnicken, Rumstehen“ zwar selbst initiiert und die Leute zum Aufstehen aufgefordert, aber nichtsdestotrotz: wohlverdient, wie auch der Applaus des Publikums bestätigte.