Waldkraiburg – Handgemachte Songwriterkunst im Haus der Kultur in Waldkraiburg: Mit Joseph Parsons, Todd Thibaud, Chris Burroughs und Terry Lee Hale verwöhnten vier Vollblutmusiker das Publikum im kleinen Saal. Nach 15 Jahren Studiopause stellte das Quartett, 2001 unter dem Namen „Hardpan“ ins Leben gerufen, sein neues Album vor.
Bei „Hardpan“ gibt es keinen Frontmann oder Bandleader, jeder ist gleichberechtigt, jeder trägt mit seinen Kompositionen zum Gesamtwerk bei. Das Ergebnis wird von der Fachpresse durchaus mit der legendären Band Crosby, Stills, Nash & Young verglichen – und das nicht zu Unrecht. Songtexte und Musik vermengen sich zu einer harmonischen Einheit. Keine Selbstverständlichkeit angesichts der Tatsache, dass sich die vier nur selten treffen. So lebt Burroughs in Texas, Thibaud in Boston, Hale in Marseille und Parsons in Hannover. Auf der Bühne scheint es dennoch, als ob die Musiker ständig zusammen spielen.
„Lighthouse“, „Can’t Keep Up“, „Dust Bowl“ oder „One Clear Thought“ aus dem neuen Album sind Songs, die zeitlos klingen. Einflüsse von den 1970er-Jahren bis heute vermischen sich darin. Dabei wechseln die Musiker ständig die Instrumente: Gitarre, Bass, Dobro und Rhythmusbox werden abwechselnd bedient. Auch beim Gesang gibt jeder mal den Ton an und so entsteht ein stimmiges Gesamtkonzept. Dass man sich auch Gedanken über die Gegenwart macht, zeigte Terry Lee Hale mit seinem Song „Bombast“, den er nach der Wahl Donald Trump‘s zum Präsidenten der USA geschrieben hat. Mit Titeln aus der ersten gemeinsamen CD rundeten „Hardpan“ ein Konzert ab, das Lust auf mehr machte. Die Musiker werden sich nach der Tournee wieder ihren eigenen Projekten widmen, ein Gastspiel als Band wird wohl wieder einige Jahre auf sich warten lassen. Schade.