Poesie auf Gälisch

von Redaktion

Gráinne Holland und Band machten im Haus der Kultur Werbung für fast vergessene Folksongs ihrer Heimat

Waldkraiburg – Das Haus der Kultur in Waldkraiburg hat in den vergangenen Jahren viele Künstler aus Irland erlebt, aber am Samstag gab es eine Premiere: Gráinne Holland und ihre Band präsentierten ihre Lieder nur auf Gälisch, der ursprünglichen Sprache des Landes.

Die junge Sängerin aus Belfast nimmt mit ihrer warmen, angenehmen Stimme das Publikum mit in eine Welt alter, fast vergessener Folksongs. Ins richtige Licht gesetzt wird sie dabei von drei ausgezeichneten Instrumentalisten: dem Gitarristen Mickey McCluskey, dem Flötisten Brendan Mulholland und Kevin Meehan am Bdhran.

Da im Publikum kaum jemand Gälisch verstand, erklärte Gráinne die Lieder in gut verständlichem Englisch. So besang sie mit „Thug Mi Gaol“ die Trauer einer Frau, die ihren Liebsten zur See verlor, „An Drúcht Geal Ceo“ ist die gälische Übersetzung des beliebten Folksongs „The Foggy Dew“. Im politisch unruhigen nordirischen Belfast aufgewachsen, widmete sie mit „Béal Feirste“ (gälisch für Belfast) ein Abschiedslied an ihre Geburtsstadt. Eine Ausnahme machte sie dann aber doch: „Harry Holland’s Tune“, ein Gedenken an ihren 2007 verstorbenen Vater, sang sie auf Englisch. Zweimal verließ sie zudem die Bühne, um ihren musikalischen Begleitern die Möglichkeit zu geben, sich zu präsentieren. Die drei begeisterten die Fans mit einem Feuerwerk aus Jigs und Reels – gespielt mit der typischen irischen Lebensfreude.

Gráinne Holland bewies an diesem Abend, dass ihre beiden bisher veröffentlichten Alben, „Teanga Na nGael“ (2011) und das 2015 erschienene „Gaelré“ zu Recht hoch gelobt wurden. Zudem brillierte sie als Co-Headliner beim Irish Folk Festival 2015, gefeiert als „Ireland’s new Gaelic voice“.

Entlassen wurde das Publikum in Waldkraiburg mit Eindrücken der Poesie einer alten Sprache, vorgetragen von einer herausragenden Künstlerin.

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