Mühldorf – Der Auftakt: ruhig. Sängerin Ursina Giger aus der Schweiz bestritt im Mühldorfer Haberkasten das Vorprogramm zu „Carrousel“ – mit ursprünglichen Liedern, die Giger mal auf Englisch, mal auf Rätoromanisch sang.
Stilistisch anders gelagert und fröhlich-impulsiv stürmte dann das Gesangsduo Sophie Burande und Léonard Gogniat mit ihrer dreiköpfigen Band auf die Bühne. „Carrousel“ haben gerade ihr viertes Album „Filigrane“ („Transparent“) veröffentlicht. Ihr ganz eigener Sound bewegt sich irgendwo zwischen frischem französischen Folk, Pop und Neo-Chanson – im Haberkasten mal singend, mal spielend, mal tanzend präsentiert. Mitreißend interpretierte die frankophone Gruppe gleich zum Auftakt den stark rhythmisch geprägten Titelsong des aktuellen Studioalbums „C’est la vie“ („Das ist das Leben“), der die Klammer für eine Reihe weiterer Songs mit poetisch verpackten Themen des Alltags voller tiefer Gefühle und eingängiger Melodien bildete.
Frontmann Léonard Gogniat und seine charmante Partnerin Sophie Burande verstanden es von Anfang an, das Mühldorfer Publikum mit ihren selbst geschriebenen Songs mit deutschen und mitunter französischen Zwischentexten auf ihr musikalisches Karussell aufspringen zu lassen. Selbst wer der wohlklingenden Fremdsprache nicht so mächtig war, hatte bei „J’avais Rendez-vous“, mit dem „Carrousel“ den zweiten Platz im Schweizer Vorentscheid zum Eurovision-Songcontest 2013 belegte, eine Vorstellung des Inhalts. Auf alle Fälle konnten sich alle Besucher an der abwechslungsreichen Instrumentierung mit Ukulele, Akkordeon, Gitarre, Melodica, Schlagwerk, Klavier und Bass erfreuen. Zudem bot „Carrousel“ eine wirklich gelungene Bühnenshow mit überraschenden Licht-Dunkel-Effekten wie beim Song „Je ne vas pas de la sombre“ („Ich gehe nicht aus dem Dunkeln“).
Und natürlich durfte mitgesungen und mitgetanzt werden. So erklatschte sich das begeisterte Publikum auch eine Zugabe am Ende des eineinhalbstündigen Konzerts. Die Protagonisten bedankten sich mit einem perfekten Souvenir: Sie verteilten kleine Spieluhren mit der Melodie ihres Titels „Elle danse“(„Sie tanzt“), die – gleichzeitig betätigt – einen orchestralen Klang erzeugten.