Waldkraiburg – Im Haus der Kultur infizierte das Musical-Ensemble des Frank Serr Showservice International die Waldkraiburger Gäste mit dem „Saturday Night Fever“: Atemberaubende Tanzszenen in imposantem Bühnenbild rissen die Zuschauer aus dem Alltag und schickten sie hinein ins Musical-Vergnügen. Die unvergessenen Hits der „Bee Gees“, tolle Singstimmen und eine gut gespielte Rahmenhandlung in perfekt arrangiertem Licht ließen die legendäre Tanzgeschichte in neuem Glanz erstrahlen.
Als Kinofilm löste „Saturday Night Fever“ Ende der 1970er eine Discowelle aus und machte John Travolta zum Star. Eine Erfolgsgeschichte um eine Liebesromanze, die für sich spricht und die, wie sich im Haus der Kultur an der Begeisterung der zahlreichen Besucher zeigte, immer noch voll im Trend liegt.
Die Story um den jungen Tony Manero, die den „heißen“ Stoff für die mitreißenden Tanzszenen liefert, ist schnell erzählt. Der Alltag als Angestellter in einem Farbengeschäft ödet ihn an. Einziger Lichtblick, auch im Hinblick auf die problembeladene familiäre Situation, sind die all samstäglichen Discobesuche, bei denen er seine eigentliche Berufung als begnadeter Tänzer voller Leidenschaft ausleben kann. Als Disco-King gefeiert und von den Mädels heftig umschwärmt, kommt es aber auch hier immer wieder zu Konfliktsituationen. Tony (Dimitri Vassiliadis) verliebt sich in die Tänzerin Stephanie (Lauren Slater-Klein), die ihm zunächst die kalte Schulter zeigt. Mit unwiderstehlichem Charme versucht er sie zu überreden, mit ihm am jährlich stattfindenden Tanzwettbewerb teilzunehmen. Ist das vielleicht eine Chance dem kleinbürgerlichen Wahnsinn zu entfliehen? So nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Heiße Paar-Tanzchoreografien, umwerfende Soli und gesanglich wie tänzerisch traumhaft schöne Duette in passenden Kostümen machten die Show zu einem Gesamtkunstwerk. Mit „Night Fever“, „You should be Dancing“ oder „Boogie Shoes“ wurde sich der Kummer von der Seele getanzt und gesungen. Dazu das legendäre „Stayin‘ alive“, das vom Überlebenskampf desillusionierter junger Menschen erzählt. Und nicht zu vergessen: „Jive Talking“, einem leidenschaftlichen Aufschrei gegen gesellschaftliche Zwänge und falsche Versprechungen. Dazu garantierten Schmachtnummern wie „If I cant‘ t have you“ oder „How deep is your Love“ Gänsehaut. Am Ende wurde fast alles gut, auch für die grandiosen Darsteller, die mit uneingeschränkter Spiel-, Tanz- und Sangesfreude ihr Innerstes nach außen kehrten. Nur ungern trennten sich die begeisterten Zuschauer nach lang anhaltendem Applaus von der glitzernden Welt das Musicals.