Keine halben Sachen

von Redaktion

Big Daddy Wilson lebt eine Verbindung aus Spiritualität und Leidenschaft für Musik

Mühldorf – Starke Stimme, starke Texte, starker Abend – Big Daddy Wilson macht keine halben Sachen. Und vor allem macht er keinen musikalischen Einheitsbrei. Mit Songs aus seinem aktuellen Album „Neckbone Stew“ gastierte er am Donnerstagabend im Mühldorfer Haberkasten.

„Stew“ heißt „Eintopf“: Und Big Daddy Wilson ist der Ansicht, dass man – wie man für ein gutes Essen verschiedene Aromen und Gewürze braucht – auch für eine gute CD unterschiedliche Einflüsse zusammenführen muss. So ist „Neckbone Stew“ ein bisschen von allem: Blues, Spirituals, Reggae und auch ein weiteres persönliches Stück Big Daddy Wilson.

Big Daddy Wilson, mit bürgerlichem Namen Wilson Blount, ist in North Carolina als echter „Countryboy“ aufgewachsen. Als Kind hat er in der Kirche gesungen. Eine Vorsichtsmaßnahme von Mutter und Großmutter, wie er heute gerne erzählt, um ihn wegzuhalten von Straße, Drogen und anderem Unsinn. Egal ob Big Daddy spricht, singt oder auf seine Percussions schlägt, seine südlichen Wurzen, die Verbindung aus Spiritualität und Leidenschaft für die Musik, kommen in jeder Silbe, in jedem Trommelschlag und in jedem Ton einer Melodie zum Tragen. Und so ist dieser Abend im Haberkasten eine „Cadillac-Tour“ durch die Südstaaten und auch durch Big Daddy Wilsons Lebensgeschichte. Tragendes und Humorvolles, Schmerzliches und Nachdenkliches, die Stimmungen wandeln sich mit den Songs.

Big Daddy Wilson manifestiert eine Liebeserklärung an seine Mutter, aber wer nach dieser Ankündigung einen Schmacht-Schnulz-Song erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt. Schneller Rhythmus, hämmernde Trommelschläge, Wilsons Stimme wechselt innerhalb eines Taktes die Klangfarbe; erst rauchig, wird sie sanft, aber nie wirklich leise. Eine Stimme, die berührt, manchmal unter die Haut geht, der man einen ganzen Abend lang zuhören kann, ohne auch nur eine einzige Zeile verpassen zu wollen.

Der Abend steigert sich auf ein fulminantes musikalisches Finale hin, das viele Besucher nicht mehr auf den Sitzen hält. Im Haberkasten wird geklatscht, geschnippt und getanzt. Big Daddy Wilson und seine drei Bandkollegen aus Italien geben zum Schluss einige Evergreens zum Besten – natürlich im „Big Daddy Wilson Style“.

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