Spurensuche: Gabriele Röpke (Acryl, Sand, Mischtechnik). Fotos ha
Mühldorf/Waldkraiburg – 25, das ist eigentlich kein Alter. Da steckt das Leben voller Träume. Da geht der Blick nach vorn – und noch lange nicht zurück. So frisch die „25“ bei jungen Männern und Frauen daherkommt, so ehrwürdig gefeiert wird sie meist bei einem Verein – vor allem, wenn sich dieser nicht der Fußball- oder Schützenkunst verschrieben hat, sondern der Kunst an sich. Da darf man dann getrost zurückschauen – in aller Ruhe, ohne wilde Party, am Rande einer Ausstellung.
25 Jahre oder – ehrwürdiger – ein Vierteljahrhundert liegen hinter dem Kunstverein Inn-Salzach, den 1992 knapp 30 Mitglieder ins Leben gerufen haben. Die Idee: Die Kunstschaffenden, die Sympathisanten und die Förderer sollten sich unter einem Dach versammeln, sich austauschen, sich anspornen. Das haben sie getan – und tun es bis heute.
Zu unzähligen Veranstaltungen hat der Verein seitdem eingeladen: zu Einzel- und Gruppenausstellungen im großen wie im kleinen Rahmen, zu Museumsausflügen, zu Kunstauktionen. Freundschaften sind entstanden: Von Mitglied zu Mitglied, von Kunstverein zu Kunstverein. Dabei hat er nicht nur in der Region seine Spuren hinterlassen, sondern auch in Sartrouville und Kitzbühel.
Und genau darin liegt der besondere Wert dieses Vereins: Dass er die Menschen zusammenbringt, die Leidenschaften teilen: die Liebe zur Kunst; die Freude an der Kreativität; die Lust, der Fantasie freien Lauf zu lassen. Dass er dabei in Sachen Qualität keine Unterschiede macht, gehört zum Wesen des Vereins. Er will Heimat für alle Künstler sein – vom ambitionierten Hobbymaler bis zum professionellen Bildhauer. Das ist Chance und Bürde zugleich.
Die große Bandbreite spiegelt sich einmal mehr in der Jahresausstellung wider, die am Donnerstag eröffnet wurde: Über 100 Künstler und Besucher waren in der Studiogalerie für den Moment einer Vernissage vereint, umgeben von Hinterglasmalerei und Aquarell, von Öl und Fotografie. Den Gründern des Vereins möchte man in diesem Augenblick zurufen: Ziel erreicht, Kunst vereint unter einem Dach.
Und so geht der Blick eben doch nach vorn. Vorsitzender Michael Fliegner hat angekündigt, den Zusammenhalt im Verein stärken zu wollen. Ein guter Plan und schwieriger Auftrag zugleich. Schließlich gilt es, auch die individuellen Interessen der Künstler zu berücksichtigen – und manchmal auch zu bändigen.
Was möglich ist, beweist das Buch zum Jubiläum, in dem sich viele Mitglieder verewigt haben. Verdienter Applaus für Fotograf Eduard Sommer, der ein Jahr lang Künstler und Werke vor der Linse hatte.
Trotzdem: Es geht nichts über das Original. Zu sehen in der Jahresausstellung des Kunstvereins. Hingehen! Denn für den Verein und seine Mitglieder ist jeder Besucher ein weiteres Geschenk zum Jubiläum.
Öffnungszeiten bis
7. Januar: Dienstag bis Freitag von 12 bis 17 Uhr; Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr.