Burghausen – Die 49. Internationale Jazzwoche Burghausen, die vom 6. bis 11. März über die Bühne geht, wirft ihre Schatten voraus. Am Samstag beginnt der Vorverkauf – unter anderem für das Konzert der amerikanischen Kult-Jazzrockband „Blood Sweat & Tears“, die am Mittwoch, 7. März um 20 Uhr in der Wackerhalle das Festival eröffnet. Die New Yorker Band blickt auf eine 50-jährige Erfolgsgeschichte zurück. Mit dem gleichnamigen Album „Blood, Sweat & Tears“ gewann die Formation, deren Besetzung häufig wechselte, 1970 den Grammy für das Album des Jahres. Jetzt sind die brillanten Musiker um Bobby Colomby wieder weltweit unterwegs.
Doch bevor „Blood Sweat & Tears“ die Wackerhalle jazzrocken, geben sich die Gewinner des zehnten Europäischen Nachwuchsjazzpreises die Ehre, die am Vorabend im Stadtsaal ermittelt wurden.
Am Donnerstag, 8. März, präsentiert Trompeter Charles Tolliver mit dem Claus Raible Orchestra um 20 Uhr „Monk@Town Hall 1959“. Zum 50. Jubiläum des historischen Thelonious Monk Hall Konzerts von 1959 wurde Charles Tolliver beauftragt, diese Arrangements neu aufzuführen, die ursprünglich live aufgenommen wurden. Einige Partituren und Noten sind seit langem verloren. Der amerikanische Komponist Tolliver verpasste der Aufführung Update. Ergänzt wird der Donnerstag vom Avishai Cohen Trio. Cohen, der sich ebenso wie Tolliver dem modernen Jazz verschrieben hat, gilt als einer der besten Bassisten der Welt. Der israelische Musiker ist ein hervorragender Komponist und Arrangeur.
Mit der „Jazzrausch Big Band“ verspricht der Freitag, 9. März, wild zu werden. Die weltweit erste Big Band, die Techno und Jazz in einem Musikguss vereint, hat bereits im New Yorker Lincoln Center, aber genauso auf dem Chiemsee Summer Festival gespielt. Ein mächtiger, immer überraschend junger Sound, der die Besucher der Wackerhalle zum Tanzen bringen wird. Mit von der Partie ist am Freitag auch Saxofonist Manu Dibango, der mit seinem ebenfalls jungen Team die Show „Africadelik“ zeigt. Dibango ist lebendige Musikgeschichte und ein Star des African Soul und Jazz.
Der Bluesnachmittag am Samstag, 10. März, wird eröffnet von Nikki Hill. Die US-Amerikanerin hat geschafft, wovon so viele träumen: Noch vor wenigen Jahren arbeitete sie als Barkeeperin, heute ist sie eine gefeierte Blues- und R&B-Sängerin, die sich sehen und hören lassen kann. Der britische Blues-Gitarrist und Sänger Danny Bryant präsentiert mit einer neunköpfigen Big Band das vielfach gerühmte Programm „BIG“. Der charismatische Musiker steht für volle Bluespower – in Burghausen mit dem kraftvollen Sound der großen Besetzung.
Am Samstagabend zeigen in der Wackerhalle Musiker aus dem deutschsprachigen Raum ihre internationale Größe: Jazz-Schlagzeuger Wolfgang Haffner präsentiert mit seiner Band sein neuestes Programm „Kind of Spain“. Die „Squeezeband“ um den Schweizer Reto Weber überrascht mit einer hinreißenden Soundmixtur mit Hang, Alphorn und Human Beatbox.
Der Samstagabend im Stadtsaal ist wie üblich jung. Der 37-jährige Akkordeonist Vincent Peirani ist auf den Spuren von Galliano bis Matinier und findet dabei seinen eigenen Weg zum Jazz. Als Sideman dabei: Saxofonist Emile Parisie. Mit dem Norweger Marius Neset hat die europäische Jazzszene seit einigen Jahren einen sehr aufstrebenden Saxofonisten. Er spielte bereits auf großen Jazzfestivals wie North Sea Jazz oder den Stuttgart Jazzopen.
Am Sonntag kommen beim „Next Generation Day“ wieder ab 16 Uhr im Stadtsaal die noch weniger bekannten, jedoch nicht minder talentierten Formationen zu Gehör: Hornung Trio, Thomas Kolarcyk Ensemble und Lintett.
Im Jazzkeller gibt es wieder jeden Abend eine Session. Nach dem zehnten Europäischen Nachwuchsjazzpreis am Dienstag ist der Eintritt in den Jazzkeller frei. Das „Don Menza Quartet“ freut sich all abendlich auf spielfreudige Mitmusiker.re/ha
Der offizielle Ticketvorverkauf für die Internationale Jazzwoche Burghausen startet am Samstag, 18. Dezember. Mehr unter www.b-jazz.com. Tickethotline: 08677/91646333.