Burlesque-Show im Mühldorfer Stadtsaal: Nicht mit Reizen gegeizt

von Redaktion

„Petit Four“ – eigentlich ein französisches Gebäck, das es in vielerlei Geschmacksrichtungen gibt. Und doch so treffend, um die Show der Tänzerinnen von „Petits Fours“ in Bildern zu beschreiben. Frivol als „kleine, süße Appetitshappen“ anmoderiert, die mit Sinnlichkeit nicht geizten. So wie man es eben von einer Burlesque-Show anno 1930 erwarten würde. Es war keine billige Show, die sich den „Christmas Tree“ zum Thema erkoren hat. Und so durften auch die entsprechenden englischsprachigen Weihnachtsklassiker nicht fehlen, welche die drei temperamentvollen Sängerinnen „The Pearlettes“ (Mitte) stimmgewaltig zu Gehör brachten. Das Wort Burlesque stammt vom italienischen Wort ,burla‘, was so viel bedeutet wie „Schabernack“. Und so stand auch eine gehörige Portion Klamauk im Rampenlicht. Dafür sorgte vor allem Transvestit Leslie Anderson (links), ein Original Kölner Kindl, der so seine eigene Ansichten von der ruhigen Adventszeit hatte. Besinnlichkeit und sich mit Glühwein besinnungslos trinken – für ihn gibt es da nicht viel Unterschied. Ein Entertainer, der die Umziehpausen der Striptease-Tänzerinnen geschickt dafür nutzte, um die Zuhörer im Mühldorfer Stadtsaal mit viel Witz und auch Selbstironie zu unterhalten – fehlten nur noch Trommelwirbel und Beckenschlag, um den Zeitpunkt der Pointe zu markieren. Die Tänzerinnen selbst ließen im knapp halb vollen Stadtsaal – überwiegend weibliche Zuschauer – gekonnt im Stile der Tanzshows des vorherigen Jahrhunderts ihre Hüllen fallen. Keine Hungerhaken, wie man sie von Laufstegen in Mailand oder Paris kennt. Sondern wohl geformte, zum Teil üppig und deswegen umso weiblicher wirkende Tänzerinnen, die während ihres Striptease begeistertes Raunen im Publikum erzeugten. Wenn sie sich etwa zu getragener Musik lasziv die Handschuhe auszogen, ihre pompösen Kleider (rechts) unter begeisterndem Applaus abstreiften oder sich schließlich auch noch des engen Mieders entledigten. Frivol ja, erotisch ebenso, doch stets elegant und niemals plump, weil der letzte Blick auf die pure Nacktheit ja verwehrt blieb. Burlesque eben.Fotos je

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