Aktuelles Interview: FilmproduzenT Tobias M. Huber

„Eine packende Geschichte“

von Redaktion

Am Donnerstag, 15. Februar, zeigt das Kino Mühldorf den Thriller „Luna“. Ein Heimspiel für den Produzenten des Films, Tobias M. Huber aus Ampfing.

Sie sind gerade einmal 29 Jahre alt und produzieren schon Ihren ersten Langfilm. Liegt das an einem ausgetüftelten Karriereplan?

Nein, man wünscht sich so etwas natürlich und arbeitet auch viel dafür. Aber wirklich erwartet hatte ich es auch nicht. Aus meinem Jahrgang in der Hochschule für Film und Fernsehen sind wir nur drei, die bisher einen Langfilm produziert haben. Aber im Grunde gebührt die Ehre vor allem Regisseur Khaled Kaissar, der zusammen mit den Förderern auch das unternehmerische Risiko für den Film getragen hat. Wir kannten uns von einem Kurzfilmprojekt, also hat er mich angerufen, als er nach einem Produzenten Ausschau hielt. Und dann ging alles ganz schnell.

Wie schnell?

Es hat gerade einmal dreieinhalb Monate gedauert, dann stand der erste Drehtag auf dem Programm. Khaled Kaissar hat ein unglaubliches Tempo vorgelegt, er wollte das Ding unbedingt durchziehen. Und er hat es geschafft. Trotz aller widrigen Umstände.

Die Dreharbeiten liefen nicht nach Plan?

Das tun Dreharbeiten eigentlich nie. Aber wir hatten echt einen bescheidenen Start. Der Hauptdarsteller tritt in einem Oldtimer auf, den wir uns mit viel Bitten und Flehen ausgeliehen hatten. Auf der Fahrt zum ersten Drehtag gab es dann einen Unfall, die komplette Seite war beschädigt. Verletzt wurde Gott sei Dank niemand. Dennoch: ein Albtraum.

Wie hat der Eigentümer des Wagens reagiert?

Auch wenn sich das heute witzig anhört, das war tatsächlich ein schwerer Gang. Wir hatten zur Entschuldigung eine gute Flasche Whiskey dabei, aber das war natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Sonstige Probleme?

Das Wetter ist selten so, wie man es brauchen kann. Aber da zeigte sich auch der Vorteil einer vergleichsweise kleinen Produktion. Als es an einem Drehtag wie aus Kübeln goss, haben wir spontan eine Szene umgeplant und sie im strömenden Regen gedreht. Das geht auch nur, wenn man ein eingespieltes Team vor Ort hat; wenn jeder sofort weiß, was er zu tun hat. Heute ist das eine meiner Lieblingsszenen im Film.

Wie oft haben Sie den Film inzwischen gesehen?

Bestimmt so an die 40-mal. Ich habe immer noch Spaß daran und mache mir immer noch Gedanken, was man vielleicht hätte besser machen können.

Zum Beispiel?

Das ist vor allem eine Frage, welche finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten man hat. „Luna“ ist eine wirklich sehr kleine Produktion, in Hollywood hätte man für dieselbe Spielzeit sicher 100-mal mehr Aufwand betrieben. Außerdem darf man nicht vergessen: Es ist nicht nur mein erster Langfilm als Produzent, sondern auch Khaled Kaissars erster Langfilm als Regisseur. Wir können auf das Ergebnis wirklich stolz sein.

Wie stehen die Chancen an den deutschen Kinokassen?

Der deutsche Genrefilm hat es hierzulande generell schwer. Da ist zum einen die riesige Konkurrenz aus Hollywood, da ist zum anderen das Publikum, das Krimis und Thriller lieber im Fernsehen als im Kino anschaut. Es wäre aber grundsätzlich schön, wenn die Leute hierzulande öfters deutsche Filme im Kino ansehen würden.

Ist der „Tatort“ harte Konkurrenz?

Als Konkurrenz würde ich ihn nicht bezeichnen. Der Tatort ist eine Referenz, an der sich alle messen müssen, die in diesem Genre unterwegs sind. Er zieht jeden Sonntagabend ein Publikum vor den Fernseher, von dem man im Kino nur träumen kann. Aber in „Luna“ geht es mindestens genauso spannend zu: Dank toller Schauspieler und einer packenden Geschichte.

„Luna“ ist am Donnerstag, 15. Februar, um 19.45 Uhr im Kino Mühldorf zu sehen. Regisseur Khaled Kaissar und Produzent Tobias M. Huber sind vor Ort und stellen sich im Anschluss an die Vorführung den Fragen des Publikums. Darüber hinaus läuft der Film ab Donnerstag auch im regulären Programm in Mühldorf und Waldkraiburg.

Der Film

„Luna“ erzählt die Geschichte der 17-jährigen Luna, die im Urlaub auf ihrer idyllisch gelegenen Berghütte das Unfassbare erlebt: Fremde Männer tauchen auf und ermorden kaltblütig Lunas Eltern Jacob (Benjaman Sadler) und Julia (Bibiana Beglau) und ihre kleine Schwester. Sie selbst entkommt nur knapp. Auf der Flucht vor ihren übermächtigen Verfolgern findet sie Schutz bei dem cholerischen Hünen Hamid (Carlo Ljubek). Durch ihn erfährt sie von der wahren Identität ihres Vaters. Wie Hamid selbst hat er über Jahrzehnte für den russischen Geheimdienst gearbeitet, ohne dass seine Familie etwas davon ahnte. Hamid beschließt, mit Luna im Ausland unterzutauchen, doch sie weigert sich, ihr Leben kampflos aufzugeben. Mithilfe von Hamid geht sie den Spuren nach und findet heraus, warum ihre Familie sterben musste.

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