Von Hallabruck nach L.A.

von Redaktion

Mühldorf – Holodeck? Warum ihr Album nach einem Umgebungssimulator eines Raumschiffes benannt ist? Weil sich die reisefreudige Sängerin damit so schön wegbeamen und den Alltag kurz mal hinter sich lassen kann. „Da druckt ma auf an Knopf, wo ma gern waar – i hob Mühldorf eigeb’n.“ Die Reise ging dann aber doch weiter. Es folgte eine Stippvisite in New York, in Los Angeles und auf Hawaii. Orte, an denen ihre Songs teilweise entstanden oder ihr neues Album aufgenommen wurde. So verbreitete Koreck mit Band im Haberkasten neben ihren bewährten Songs mal leicht-lockeres California-Feeling, mal rockig-dynamisches aus New-York. Spielend leicht spannte sie mit Songs wie „Hallabrooklyn“ den Bogen von ihrer Heimat im beschaulichen Hallabruck bei Traunstein zu den Glitzermetropolen in den USA. In ruhigen Gitarrensongs oder folkig angehauchten Liedern mit Banjo sang sie vom Neuanfang und vom Aufbruch. Dazwischen gab es Altbekanntes wie etwa „Schuah aus“, „S’ewige Lem“ oder „I mog de Dog“. Vor zehn Jahren stand sie schon einmal auf der Bühne im Haberkasten mit ihrem Album „Fliang“, das sie in Windeseile bekannt machte. Auf dem neuen Album singt sie nun erstmals auch auf Englisch. Vielleicht liegt es ja am Fernweh der reisefreudigen Sängerin, dass ihre neuen englischsprachigen Titel zwar anders wirken, aber genauso gut ankommen wie die bayerischen. Viel Applaus gab es etwa für das luftige „Paper Aeroplane“ oder das wunderschöne „Beautiful“ im Unplugged-Gewand. Zur Band gehören ihr Ehemann Gunnar Graewert am Keyboard, Gitarrist Luke Cyrus Goetze, der immer wieder durch mit wunderschönen Soli brilliert, Andreas Bauer am Bass und Oscar Kraus am Schlagzeug.

Nach über zweieinhalb Stunden folgte dann noch eine Extra-Zugabe für einen ganz besonders anhänglichen Fan. Claudia Koreck mag es mit ihren englischsprachigen Liedern in die Welt hinausziehen, dennoch ist sie bodenständig geblieben und versteht es, ihr Publikum mit solchen Aktionen zu rühren: Die Band war nach drei Zugaben schon von der Bühne, als die Musikerin kurzerhand zur Akustikgitarre griff und den Musikwunsch erfüllte. Viel Applaus nach einem langen, facettenreichen Abend.

Katharina Vähning

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